Seit der Medienkonferenz am 30. Juni an der bekannt gegeben wurde, dass Biogen in Luterbach für eine Milliarde Franken eine Firma bauen will, hat sich die Stimmung in Luterbach gewandelt. Gab es anfang Juli an einer Informationsveranstaltung noch viele kritische und auch ängstliche Stimmen verlief der Mitwirkungsanlass zu den aufgelegten Zonen- und Gestaltungsplänen am Donnerstagabend sehr ruhig.

Gemeindepräsident Michael Ochsenbein und Jürg Nussbaumer (Präsident Planungs- und Umweltschutzkommission) machten klar, dass während der Mitwirkung alle Anliegen deponiert werden können. «Manche fragen sich, wieso noch eine Mitwirkung durchgeführt wird, wo doch auf dem Areal schon gearbeitet wird und der Gemeinderat die Planung genehmigt hat», so Ochsenbein. Tatsache sei, dass vor einem Jahr das Bau- und Zonenreglement «Attisholz Süd» aufgelegt und später genehmigt wurde. «Mit diesem wurde bereits viel definiert», so Nussbaumer. Die Firma Biogen habe sich bei ihrer Planung an die Vorgaben gehalten. «Deshalb mussten wir nicht allzu viel ändern oder bemängeln», so Ochsenbein.

Der Gestaltungsplan der jetzt vorliege, sei schon sehr detailliert und fast wie ein Bauprojekt. Anpassungen seien vor allem bei der Führung der Strassen im Areal selbst nötig und auch die Geleiseanlage werde leicht anders geführt. «Wir können die Strasse ja nicht mitten durch das neue Gebäude führen.» Die verschiedenen Pläne wurden daraufhin nochmals im Detail erklärt (wir berichteten mehrmals) und auf die Unterlagen verwiesen. Natascha Schill (Geschäftsführerin Biogen Schweiz) und Jörg Thömmes (Senior Vice President Operations Technology & Innovation in Boston) benützten die Veranstaltung, um nochmals einen Werbespot für ihre Firma und ihr Bauprojekt an die Frau und den Mann zu bringen.

Verkehr macht Angst

In den anschliessenden Fragerunden war der Verkehr und vor allem der Baustellenverkehr ein Thema. Planer Reto Affolter (WAM Planer Solothurn) verhehlte nicht, dass es während der Bauzeit tageweise zu einer grossen Verkehrsbelastung von bis zu 150 Lastwagenfahrten pro Tag kommen könnte. Ein Vorteil sei, dass der Ober- und der Unterboden der ausgehoben wird, vor Ort gelagert und nicht weggeführt werde. Zudem würden die Gebäude nicht unterkellert, was die Menge an Aushub ebenfalls deutlich verringere.

Ein Thema war auch der restliche Verkehr. Biogen will in drei Schichten, sieben Tage pro Woche, produzieren. Der grösste Anteil des Verkehrs würden die Mitarbeitenden verursachen, so Affolter. Die Lastwagenfahrten würden aber tagsüber erfolgen. Zudem sei weniger mit grossen Lastwagen, als vermehrt mit eher mittelgrossen Lieferwagen, zu rechnen.

Geruchsbelästigungen wie zu den guten alten Attisholz-Zeiten sollten kein Thema sein, ebenso sollte es nur beschränkt Lichtemissionen – vom Parkplatz der Firma her – geben.

Eine Anwohnerin machte auf die Situation für die Velofahrer bei der Jurastrasse aufmerksam, diese sei heute schon eher gefährlich. Eine andere Anwohnerin wollte wissen, was getan werde, damit die Luterbach auf die Jurastrasse hinausfahren können. «Das macht heute schon ab und zu Probleme.» Eine Fragestellerin wollte schliesslich wissen, welche Form die Medikamente haben, die Biogen produziert. «Flüssig», so die Antwort von Natascha Schill (Geschäftsleiterin Biogen Schweiz). Zudem machte sie auf eine Frage aus dem Publikum deutlich, dass Biogen zwar mit Säugetierzellen (von chinesischen Hamstern) arbeite, diese aber aus Kulturen gewonnen würden.

Im Anschluss an die offiziellen Referate standen verschiedenste Personen noch für Auskünfte zur Verfügung. Die Pläne waren aufgehängt und es wurde rege diskutiert.

Die Mitwirkung für die Nutzungsplanung Attisholz Süd läuft bis zum 31. August. Unterlagen unter www.luterbach.ch