Traditionell wird die Gemeindeversammlung in Lohn-Ammannsegg im Sommer als «Landsgemeinde» und Freiluftveranstaltung abgehalten. Die Erfolgsrechnung 2018, die Gemeindepräsident Markus Sieber in ihren Eckwerten präsentierte, zeigte bei einem Aufwand von 12,6 Mio. einen Ertragsüberschuss von fast 380'000 Franken. Die anwesenden 56 Stimmberechtigten stimmten der Aufteilung dieses Gewinns zu: 200'000 Franken als Abschreibung auf das Verwaltungsvermögen und 180'000 Franken zur Vermehrung ins Eigenkapital, das neu 4,41 Mio. Franken umfasst.

Wirtschaft rückläufig

Gut aufgestellt sind die Spezialfinanzierungen Ab-/Wasser und Abfall, die dank Ertragsüberschüssen ein Eigenkapitalpolster von rund 850 000 Franken aufweisen. «Dazu müssen wir uns unbedingt Gedanken über eine künftig neu justierte Gebührenanpassung machen», betonte der Gemeindepräsident. Mit Einnahmen von 10,24 Mio. Franken im Ressort Steuern/Finanzen erfolgte fast eine Punktlandung, wobei die Eingänge der juristischen Personen geringfügig rückläufig waren. Nach Prognosen aus der Wirtschaft werde das auch in der Periode 2019 so bleiben, erfuhren die Anwesenden.

Stabile Finanzlage

Bei den Investitionen mit Bruttoaufwand von 1,8 Mio. Franken, die mehrheitlich in Strassen und Werke flossen, war der Selbstfinanzierungsgrad von 60 Prozent die Bemerkung wert, dass nicht alles mit selbsterarbeiteten Mitteln gedeckt sei. Aber: «Unsere stabile Bilanz, die jetzt unter dem Rechenmodell HRM2 eine grössere Bedeutung erhält, können wir mit 11,4 Mio. im Finanz- und 7,4 Mio. Franken im Verwaltungsvermögen locker präsentieren», meinte Sieber. Zudem sei das Vermögen grossenteils schon abgeschrieben. Eine Frage aus dem Plenum betraf das noch benötigte Fremdgeld. Bei einem halben Prozent für 4,2 Mio. Franken sei die Zinslast definitiv kein Thema, so Sieber. Die Jahresrechnung wurde einstimmigen genehmigt.

Was andere Kantone schon seit Jahrzehnten kennen, erhält als Mehrwertabgeltung jetzt auch im Kanton Solothurn Gültigkeit. Auf der Basis des kantonalen Musterreglements legte der Gemeinderat eine kommunale Reglung zum sogenannten «Planungsausgleich» vor. Bei jeglicher Zonenveränderung, die zu einem Mehrwert des Grundstücks führt, schöpft die Gemeinde 40 Prozent ab. Das mit 49:2 bei 4 Enthaltungen angenommene Reglement schreibt vor, dass dessen zweckgebundene Erträge zur Unterstützung der kommunalen Infrastruktur und für Entschädigungen bei Auszonungen eingesetzt werden. «Dieses neue Gesetz bringt kaum Härte für Eigentümer, denn hier sind nur wenige Parzellen betroffen, weil unser Dorf im Wesentlichen schon gebaut ist», beruhigte der Gemeindepräsident. Keine Abgeltung werde bei überbauten Grundstücken erhoben, wenn statt der bisherigen Ausnützungsziffer die neue Überbauungsziffer greife.

Mit herzlichem Dank wurde nach sechs Jahren Gemeinderatstätigkeit Matthias Enggist verabschiedet.