Aetingen

1975 abgebranntes Bauernhaus hinterliess Wiese – nun soll ein Generationenhaus die Lücke füllen

Zwischen dem «Kreuz» und dem Grichtstock (rechts) ist ein Mehrfamilienhaus ausgesteckt und eine Bushaltestelle geplant.

Zwischen dem «Kreuz» und dem Grichtstock (rechts) ist ein Mehrfamilienhaus ausgesteckt und eine Bushaltestelle geplant.

Zwischen Gasthaus Kreuz und Grichtstock sind in Aetingen ein Mehrfamilienhaus und eine Bushaltestelle geplant. Das Haus soll den 1975 abgebrannten Bauernhof ersetzen.

Aetingen, das Dorf im Limpachtal mit den behäbigen Bauernhäusern und dem Golfplatz, kann bald auf modernen Wohnraum zählen. Wenn sich die Pläne der Besitzerin der Parzelle an der Hauptstrasse neben dem Gasthaus Kreuz verwirklichen. Dort stand früher ein Bauernhaus, das aber 1975 bei einem Blitzeinschlag abbrannte. Seither liegt mitten im Dorf eine Wiese, die heute als Pferdekoppel dient.

Die Besitzerin plant ein Wohnhaus, genauer ein Generationenhaus, mit zehn verschieden grossen Seniorenwohnungen und Familienwohnungen. Der Neubau soll sich in den wertvollen Ortskern architektonisch und gestalterisch integrieren. Denn das abgebrannte Bauernhaus war für das Ortsbild von Aetingen prägend. Gebäudevolumen, Stellung und Strukturen sind auf die bestehenden Bauten abzustimmen.

Beim Neubau handelt es sich um ein rechteckiges Gebäude mit einem Querbau (Nord/Süd), der in der Gliederung eines Bauernhauses den Wohnteil widerspiegelt. Ein Zwischenteil in Glas soll den Bereich der Tenne andeuten und der Gebäudeteil Ost/West bildet den Ökonomieteil ab.

Grundbesitzerin, Gemeinde und Kanton reden mit

Laut gültigem Bauzonenplan liegt die Parzelle in der Kernzone mit überlagerter Ortsbildschutzzone. Für das Grundstück gilt daher die Gestaltungsplanpflicht. Gleichzeitig mit der Publikation eines Baugesuchs, deren Frist gestern ablief, wurde ein Gestaltungsplan aufgelegt, dessen Frist noch bis 20. Januar läuft. Im Gestaltungsplan ist festgehalten, dass für den Neubau zwei Vollgeschosse sowie ein Dachgeschoss mit einer Kniewand von 1,2 Meter Höhe zulässig sind. In Anlehnung an die Nachbarbauten ist ein Krüppelwalmdach vorzusehen. Mit dem Baugesuch hält sich die Besitzerin soweit ersichtlich an die Vorgaben des Gestaltungsplans.

Als weiterer Player ist aber auch der Kanton involviert. Die Gemeinde Buchegg hatte vorgeschlagen, gleichzeitig die Verschiebung der bestehenden Postautohaltestelle «Post» auf die Nordseite des Grundstückes zu planen. Der Bau der Haltestelle an der Hauptstrasse ist Sache des Kantons. Die Haltestelle hat auch Eingang in den Gestaltungsplan gefunden. Die Gehwege und der Hausvorplatz dienen der Erschliessung der Bushaltestelle und dürfen von der Öffentlichkeit benutzt werden.

Grichtstock wird nicht angerührt

Auf der Parzelle befinden sich neben der Wiese noch eine Holzscheune sowie der sogenannte Grichtstock. Dort wurde, wie der Name besagt, früher Gericht gehalten, wenn die Obrigkeit im Dorf eine Angelegenheit zu verhandeln hatte.

Die Holzscheune soll abgerissen werden. Der Grichtstock ist ein geschütztes Kulturobjekt. Laut Gestaltungsplan wird ein öffentliches Wegrecht im Bereich der Umgebung des Grichtstockes erstellt.

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