Mehrsprachenförderung

Zusätzlicher Effort fürs Französisch stösst im Kantonsrat auf Gegenwind

Der Kantonsrat ist sich einig, nur die SVP hält dagegen: Französisch-Kompetenzen in der Volksschule müssen gefördert werden.

Der Kantonsrat ist sich einig, nur die SVP hält dagegen: Französisch-Kompetenzen in der Volksschule müssen gefördert werden.

Der Kantonsrat verabschiedet zwei Aufträge zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Kanton — zum Missfallen der SVP.

In zwei Dingen waren sich die Kantonsrätinnen und Kantonsräte gestern einig: Französisch ist wichtig. Und: Solothurner Schülerinnen und Schüler sind zu schlecht darin. Das ging aus fast allen Voten – wobei das in fast allen auch anhand französischer Einflechtungen betont wurde – hervor. Diskutiert wurden gleich zwei Aufträge zum Thema Französisch beziehungsweise Mehrsprachigkeit im Kanton. Einerseits forderte FDP-Kantonsrat Martin Rufer (Lüsslingen), dass die Französisch-Kompetenzen in der Volksschule gefördert werden. Dadurch, dass alle Schülerinnen und Schüler einmal eine Woche lang im Austausch verbringen. Sprachaustausche zu stärken war auch das Ziel des Auftrags von Mathias Stricker (SP, Bettlach). Der Präsident des kantonalen Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer sprach sich dafür aus, dass Solothurn seine Verantwortung als Brückenkanton wahrnehme und Massnahmen prüfe, um den Austausch von Schülerinnen und Schülern, aber auch Klassen und Lehrpersonen zu fördern.

Die Aufträge verfolgten nicht das Ziel, «Zwangsmassnahmen» einzuführen, sondern die Schulen zu unterstützen, betonte Bildungsdirektor Remo Ankli für den Regierungsrat, welcher sich im Vorfeld für beide Aufträge ausgesprochen hatte. Einen zusätzlichen Effort vom Brückenkanton wünschte man sich auch bei den Grünen, aber auch SP, FDP und die Mitte-Fraktion standen grossmehrheitlich dahinter.

Bedenken bis Kritik gab es von der SVP. Steuergelder seien «nutzlos verpufft» für «teure Reformen» an den Schulen, so Beat Künzli (Laupersdorf), der damit etwa die Einführung von Frühfranzösisch ab der dritten Klasse meinte. Diesen Fehler gelte es zu korrigieren, bevor ein Zwang für Schüleraustausche eingeführt werde – der laut Künzli heute ohnehin schon von Schulen durchgeführt werden könne. Parteikollege Roberto Conti (Bettlach) stützte diese Argumentation. Eine Woche Sprachaustausch helfe zudem kaum, die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler wirklich zu verbessern. Für «flächendeckende» und längere Austausche wiederum müsste man die ganze Planung umkrempeln – und das sei nun mal auch nicht realistisch.

Trotz der kritischen Voten sprach sich eine deutliche Mehrheit im Rat für den zusätzlichen Effort aus; beide Aufträge wurden erheblich erklärt.

Meistgesehen

Artboard 1