Solothurn

Zum 2000-Jahr-Jubiläum gibts Kunst an teils unerwarteten Standorten in der Stadt

Es gibt trotz Corona doch noch einen Kunstsommer: Das Kunstprojekt «Zart2020» zum 2000 Jahre-Stadtjubiläum von Solothurn wird ab 4. Juli gestartet. Die Werke von 20 Künstlern sind an 17 Orten in der Stadt zu sehen.

Allmählich, leise und fein wird Solothurn ab dem 4. Juli zur Kulisse eines einmaligen Kunstprojekts. «Zart2020» heisst es und vereint 20 regionale, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler an 17 teils unerwarteten Standorten in der Stadt. Es ist eine der wenigen Veranstaltungen, die zum 2000 Jahr-Stadt-Jubiläum grösstenteils so durchgeführt werden kann, wie ursprünglich geplant», sagt die Präsidentin des Solothurner Kunstvereins Brigitte Müller. Zwar hätte man mit den Installationen rund einen Monat früher starten wollen, doch nun steht der Start fest.

Hinter «Zart2020» stehen neben dem Kunstverein Solothurn der Leiter des Hauses der Kunst, Reto Emch und Kunsthistorikerin Anna Bürkli. «Ausgehend von der Ausstellung «ex situ» im Haus der Kunst vor zwei Jahren, in der Reto Emch den ehemaligen Altar der Kirche St. Josef wieder im Kirchenraum installierte, keimte im Vorstand des Kunstvereins Solothurn die Idee, zum Jubiläum der Stadt Kunst an ungewöhnlichen, sakralen aber auch profanen, aber wenig zugänglichen Orten zu platzieren. «Wir suchten nach solchen Standorten und klärten akribisch ab, ob Kunstinterventionen dort auch möglich seien», erklären die «Zart»-Macher.

Vor gut zwei Jahren habe man mit den Abklärungen begonnen; im Januar dieses Jahres sei dann alles schon «auf dem Schlitten» gewesen. Doch dann kam Corona und das ganze Programm des Stadt-Jubiläums damit durcheinander – ausser «Zart2020». «Dadurch dass diese Ausstellung im öffentlich zugänglichen Aussenraum unter freiem Himmel stattfindet und man die Besichtigung in kleineren Gruppen durchführen kann, bleiben die Sicherheitsaspekte gewährleistet», sagt Brigitte Müller.

Kunst mit allen Sinnen erleben

Anna Bürkli meint zu den Standorten: «Vor allem auch in Hinblick auf die lange Geschichte der Stadt ergänzen die Interventionen von ‹Zart2020› die historisch aufgeladenen Orte mit neuen künstlerischen Blickwinkeln. Man geht durch eine an sich bekannte Stadt und entdeckt da und dort durch die Kunst hervorgehoben Neues.» Und sie betont weiter: «Wer sich auf den gut zweistündigen Rundgang macht, erlebt Kunst für alle Sinne. Zum Sehen, Hören und Fühlen.»

Nachdem dann die Verantwortlichen die 17 verschiedenen Standorte gefunden hatten, ging es an die Suche nach Künstlerinnen und Künstlern, die diese bespielen konnten. «Wir legten als Kunstverein Solothurn den Schwerpunkt auf Kunstschaffende, die mit Solothurn in einem Bezug stehen», sagt Brigitte Müller. Bei rund zwei Drittel der Eingeladenen sei dies der Fall. «Die anderen sind Künstler, die wir schon länger kennen, die wir schon immer mal nach Solothurn holen wollten», bemerken Bürkli und Emch weiter.

Einheimische und internationale Künstler im Dialog

Unter diese Kategorie fallen zum Beispiel der japanische Künstler Atsuo Hukuda, der in der St. Ursenkathedrale ein faszinierendes Lichtspiel installiert hat. Oder der Österreicher Rainer Prohaska. Er baut mit der grossen Installation «Porte jaune» ein temporäres neues Stadttor auf dem Kreuzackerplatz, welches dem ehemaligen Berntor eine Referenz erweist.

Dann ist aber auch dem Einheimische Flo Kaufmann mit gefundenen Objekten in der Goldgasse zu begegnen, oder Nicolo Bernasconi, der in der Unterführung Baseltor den seit einiger Zeit leer stehenden Kiosk zu neuem Leben erweckt.

Im Verlauf der kommenden Tage werden in der Stadt immer mehr Kunstprojekte zu entdecken sein, denn die Künstler sind daran, ihre Installationen aufzubauen. Am 4. Juli sollen sie alle bereit sein, das Publikum in Erstaunen zu versetzen. Auf Grund der Coronasituation wird auf eine eigentliche Vernissage verzichtet. Stadtpräsident Kurt Fluri wird jedoch zur Eröffnung auf dem Kreuzackerplatz ein paar Worte sagen; ebenso Brigitte Müller, die Präsidentin des Kunstvereins Solothurn. Auch die Kunstschaffenden werden bei ihren jeweiligen Objekten anzutreffen sein.

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