Skilifte

Zu wenig Schnee: Kaum Hoffnung auf eine Solothurner Ski-Saison

So könnte es sein: letztes Jahr gab es auf dem Balmberg in den Sportferien traumhaftes Wetter mit Aussicht.

So könnte es sein: letztes Jahr gab es auf dem Balmberg in den Sportferien traumhaftes Wetter mit Aussicht.

Kein Schnee weit und breit, die Skilifte im Kanton stehen still. Bei den Betreibern liegen Hoffnung und Resignation nahe beieinander.

Die beiden Webcams auf der Internetseite des Skigebiets Balmberg zeigen nur braun-grüne Wiesen. Die Skilifte stehen still, sie haben in dieser Saison noch keinen einzigen Skifahrer auf die Kähle-, Höfli- und Bödeli-Piste befördert. Die Temperaturen waren bis jetzt zu warm, der Schnee blieb aus oder wurde schnell wieder weggeregnet.

«Wir stehen in den Startlöchern, falls der Schnee noch kommt», sagt Guido Sterki, Verwaltungsratspräsident der Sportanlagen Balmberg. So richtig rechnet er aber nicht damit. So eine Saison ganz ohne Schnee würde ein finanzielles Loch für den Skilift-Betreiber bedeuten. Letztes Jahr habe es immerhin auf die Sportferien hin Schnee gegeben, die Skilifte waren danach drei Wochen lang geöffnet.

Auch in den Jahren zuvor lief der Betrieb aufgrund der Schneeverhältnisse nie länger als vier Wochen, die Besucherzahlen seien seit fünf, sechs Jahren auf sehr tiefem Niveau. Man mache sich schon Gedanken, sagt Sterki. «Wie lange wir dem Ganzen noch zusehen wollen, wissen wir nicht.» Konkrete Schlüsse ziehen will der Verwaltungsratspräsident aber nicht, man wolle vorzu schauen wie es weitergeht. «Und ich hoffe, dass es wieder einmal eine rechte Saison gibt.»

Vereins-Skilift: Leidenschaft trotz Defizit

Weitaus konkreter wird Peter Hammer, Verwaltungsratspräsident der Skilift AG Langenbruck. «Die Lage ist ernst», sagt er gegenüber der bz Basel. Die Reserven der AG seien bald aufgebraucht, die beiden Skilifte generierten jährliche Fixkosten von 20000 Franken. «Den Betrieb einzustellen und die Skilifte abzubauen, ist eine Option.» Konkrete Pläne gibt es aber noch keine, auch müsste ein solcher Entscheid von den Aktionären abgesegnet werden.

Auf dem Grenchenberg hofft man derweil weiterhin auf die zweite Sportferien-Woche. Nach dem Sturm Lolita gab es letzten Dienstag eine Ladung Schnee, jedoch nicht genug, um ihn zu präparieren. Am Donnerstag kam dann auch wieder der Regen und machte die Weisse Pracht zunichte. «Wir hoffen immer noch auf Frau Holle», so die Verantwortlichen gegenüber dieser Zeitung.
Für den Skiclub Lommiswil, der am Bitzirain einen kleinen Skilift betreibt, sind die Schneeverhältnisse weniger dramatisch. Der Lift wird jedes Jahr im November aufgestellt, und im März wieder abgebaut. Hat es genügend Schnee, wird er eingeschaltet.

Der Verein betreibe den Skilift aus Freude am Schneesport und fürs Dorf, finanziell sei man nicht darauf angewiesen, dass er an einer bestimmten Anzahl von Tagen laufe. «Der Skilift ist für uns seit Jahren ohnehin ein Defizitgeschäft», sagt Präsidentin Christina von Burg.

Was den Skiclub zurzeit stärker beschäftige, seien die Betriebsbewilligungen für den Skilift, die in zwei beziehungsweise drei Jahren ablaufen. Neue Bewilligungen würden wieder neue Kosten verursachen. «Da müssen wir über die Bücher gehen und uns überlegen, wie wir weiter machen wollen», so von Burg.
Gleichzeitig sei die Zahl der Kinder, die den Skilift nutzen, in den letzten Jahren rückläufig. Die Präsidentin glaubt, es hänge damit zusammen, dass immer mehr Familien Skis und Snowboards für ihre Kinder mieten und so keine spontanen Ausflüge mehr möglich sind. Trotzdem betreibe man den Lift mit Leidenschaft und sei bereit, loszulegen, sobald der Schnee das nächste Mal kommt.

Neu sanierter Lift muss weiter auf Einsatz warten

Wie in Lommiswil läuft auch der Skilift Gsahl auf dem Hauenstein auf der Basis von Freiwilligenarbeit. «Wenn wir nicht fahren, sind unsere Fixkosten gedeckt», sagt Martin Rubitschung, Präsident des Vereins Skilift Gsahl. Diese Saison sei wohl gelaufen, meint er. Mit Schnee auf dem Hauenstein rechnet er nicht mehr, und nach den Sportferien blieben Besucher-Anstürme ohnehin in der Regel aus.

In den letzten Jahren sei es für den Skilift Gsahl gut gelaufen, so Rubitschung. «Jahr für Jahr sind immer etwas mehr Leute gekommen.» Erst letztes Jahr stand eine wichtige Sanierung des Skilifts an, die der Verein selbst finanziell nicht stemmen konnte. Mit einer Crowdfunding-Aktion kamen die nötigen 17000 Franken dann zusammen, über 80 Personen leisteten einen Beitrag. Nun wäre der Skilift frisch saniert und bereit für die ersten Skifahrer. «Schade», sagt Martin Rubitschung. Schade, dass der neue alte Lift wohl erst in der nächsten Saison wieder zum Einsatz kommen wird.

Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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