In Klus-Balsthal fand ein weiteres Treffen von Organisationen statt, die sich für den Schutz der naturnahen Juralandschaft stark machen und sich dementsprechend die Verhinderung von Windparks im Jura zum Ziel gesetzt haben. Roland Stampfli, Präsident des Vereins Thaler Landschaft ohne Windräder (TLoW) begrüsste Vertreter der Vereine wind-still (BL), Pro Burg (AG), ProGrenchen und Thaler Landschaft ohne Windräder sowie eine Delegation der IG Pro Kulmerauer Allmend (Triengen LU).

Windpark Grenchenberg

Der geplante Windpark auf dem Grenchenberg beschäftigte die Anwesenden intensiv. Im Moment liegt der Richtplan zum Projekt öffentlich auf. Die Einsprachefrist dauert bis zum 10. November. Elias Meier und Jürg Allemann von ProGrenchen erläuterten den Entwurf ihrer ausführlichen Einsprache. Zentral ist für die Gegner die drohende Zerstörung des Naherholungsgebietes der Stadt Grenchen – Naturerlebnis, Wandergebiet mit nationaler Ausstrahlung, Bergrestaurants, Skilift – beispielsweise durch hör- und nicht hörbare gesundheitsschädigende Schallimmissionen, Schattenwurf oder Eiswurf.

«Der Windpark käme in ein geologisch heikles Gebiet zu stehen», gab Meier zu bedenken. «Durch die Bauarbeiten ausgelöste Erschütterungen könnten Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung der Stadt haben, indem sich der Wasserabfluss ändert.» Im Übrigen sei während der Bauphase mit bis zu 15 000 Transportfahrten durchs Stadtgebiet zu rechnen. «Und«, so Meier weiter, «sollte der auf angrenzendem bernischen Boden geplante Windpark auch noch realisiert werden, wären es gegen 30 000 Fahrten.» Die dannzumal insgesamt 13 Turbinen würden eine richtiggehende Todeswand für Vögel und Fledermäuse bilden.

«Juraschutz mit Füssen getreten»

Konsterniert zeigten sich die Anwesenden über die Demontage der Solothurner Juraschutzverordnung. Vor über 70 Jahren als schweizerische Pionierleistung initiiert, werde sie heute von der Solothurner Regierung und den zuständigen Ämtern regelrecht desavouiert. Erschüttert stellte Alt Nationalrat Peter Bircher, Pro Burg AG, fest: «Es darf doch nicht sein, dass heute im Solothurner Jura nahezu unberührte Landschaften – anscheinend rechtskonform, wie die Behörden betonen – durch Windpark-Industriezonen überlagert werden können!»

Die Anwesenden waren einhellig der Meinung, dass die Solothurner Regierung von Anfang an eine wenig differenzierte Interessenabwägung zwischen Landschaft/Juraschutz und Windparkzonen vorgenommen habe.

Enge Zusammenarbeit

Die Versammlungsteilnehmer bekräftigten ihren Willen, einander im Kampf gegen die Zerstörung des verbindenden Jurabogens beizustehen, sei dies durch Austausch von allgemeinen Informationen, Studien, Eingaben, aber auch in finanzieller Hinsicht, wenn die Mittel es erlauben.

Stefan Hofmeier drückte es so aus: «Unsere einzigartigen Juralandschaften sind ineinander verzahnt. Da gibt es keine Kantonsgrenzen.» Marx Mamie von wind-still legte den Finger auf einen ganz wunden Punkt: «Wir müssen alles daransetzen, der Bevölkerung aufzuzeigen, dass die so genannte Energiewende nicht einfach per se gut ist. Wer die Sache differenziert betrachtet, muss feststellen, dass bei der Realisierung von Windparks in landschaftlich bisher unberührten Gebieten der Zerstörungseffekt ungleich viel grösser ist als der Nutzen.»