Geschenke

Wer packt die schönsten Weihnachtspäckli ein?

Ein Geschänkli aus dem Bohnenblust.

Ein Geschänkli aus dem Bohnenblust.

Beobachtungen an der Weihnachts-Gschänkli-Front in Läden in Solothurn, Olten und Grenchen: Wie handhaben es die verschiedenen Geschäfte mit dem Einpacken von Geschenken?

Coop City, Olten

Seit Ende November steht im Coop City Restaurant der gut ausgerüstete Päcklitisch. Die Idee sei, dass die Kunden während des Wartens, bis sie am Päcklitisch an die Reihe kommen, im Restaurant entspannen können, verrät Geschäftsführer Hans Rudolf Kern. Hinter und unter dem Tisch befindet sich ein breites Sortiment an verschieden farbigen Schlaufen in allen Grössen, diverses Geschenkpapier, vorgefertigten Geschenkboxen, goldglänzende Bändeli und vieles mehr. Das Personal kennt sein Handwerk. Die meisten haben jahrelange Erfahrung oder erhielten von der Deko-Abteilung im Haus ein paar Handgriffe gezeigt. Maximal drei Angestellte stehen jeweils hinter dem Päcklitisch. Am Wochenende kann es dabei stressig zu- und hergehen. Insbesondere der letzte Sonntagsverkauf sei gut gelaufen, der Geschäftsleiter ist allgemein sehr zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr. Für den vierwöchigen Geschenkservice hat man zusätzlich drei Leute angestellt, die wissen wie der Hase läuft, da sie jedes Jahr aushelfen. Kern spricht vor der Eröffnung des Päcklitischs mit jedem einzelnen Mitarbeiter: «Sie müssen sich der Wichtigkeit ihrer Rolle bewusst sein. Sie tragen eine wichtige Verantwortung. Mit dem Einpacken der Geschenke wird der Einkauf nochmals aufgewertet. Es ist eine weitere Chance dem Kunden nochmals ein positives Erlebnis zu bieten.» Den Geschenkservice erachtet Kern als Zusatznutzen, der den Kunden Freude bereiten soll: «Der Kunde darf auch einfach nur das Geschenkpapier und Bändeli mit nach Hause nehmen und es nach seinen Vorstellungen selbst einpacken.» Das Geschenkmaterial wird zirka zehn Wochen vorher bestellt. Wichtig sei, dass das Geschenkpapier zum aktuellen Hausthema passt, so Kern.

Geschenkpacktisch Coop City Olten.

Geschenkpacktisch Coop City Olten.

Bohnenblust, Solothurn

Schon immer habe das Einpacken von Geschenken beim Kinderparadies Bohnenblust AG zum Alltag gehört, sagt Margrit Bohnenblust, Inhaberin des Geschäfts. «Die Angestellten fragen die Kunden immer, ob es ein Geschenk werden soll oder nicht. Die Kunden sind sehr dankbar über diese Dienstleistung.» Die Auswahl des Geschenkpapiers ist bei Bohnenblust gross. Es gibt für Mädchen und Buben verschiedene Optionen. «Der Kunde soll mit der Verpackung zufrieden sein.» Die Lernenden und Angestellten werden im Päckchenmachen geschult. «Erst wenn alles sitzt, darf man dann auch die Kundeneinkäufe verpacken. So lang wird geübt», erzählt Bohnenblust. Die Materialien wie Packpapier, die Schleifen und die Deko seien natürlich nicht günstig. Rentieren würde es trotzdem, denn es gehöre einfach dazu. «Wer will, kann etwas in unser Trinkgeld-Kässeli reinwerfen», so Bohnenblust.

Bücher Lüthy, Solothurn

Die Buchhandlung Lüthy organisiert jede Weihnacht einen Päcklitisch. Olivia Lanz, Verkäuferin bei Bücher Lüthy, erklärt, dass man sich im Stundentakt unter den Angestellten abwechselt, um die Kunden am Päcklitisch bedienen zu können. «Die Kunden sind froh darüber. Wir haben verschiedenes Geschenkpapier und Schleifen. Jeder soll wählen, was ihm am meisten gefällt», so Lanz. Die Kunden seien in der Regel zufrieden. «Es kommt vor, dass sich Kunden beschweren, wenn sie anstehen müssen. Das finde ich ein bisschen schade. Es wird aber niemand gezwungen, hier sein Geschenk verpacken zu lassen», so Vanessa Rief, eine weitere Verkäuferin bei Lüthy. Ansonsten seien die Kunden sehr nett und über diese Dienstleistung froh.

Aus der Buchhandlung Lüthy.

Aus der Buchhandlung Lüthy.

Fotoryf, Grenchen

«An Weihnachten haben wir immer viel Kundschaft. Erinnerungen wie Fotos schenkt man gerne», so Nicole Biedert-Ryf, Geschäftsinhaberin von Fotoryf. Die Kunden seien sehr froh, müssten sie den Einkauf nicht selber einpacken. «Beklagt hat sich bis jetzt noch niemand, und dass diese Dienstleistung gratis ist, finde ich selbstverständlich», sagt Biedert-Ryf. Das Geschenkpapier sei natürlich nicht gratis, aber: «Dieses Geld investieren wir gerne, es gehört dazu.» Der Gewerbeverband Grenchen habe vor Jahren einen Kurs angeboten, in dem man lernen konnte, Geschenke zu verpacken, denn: «Schliesslich sollen die Päckchen auch nach etwas aussehen.»

Santé Sälipark, Olten

Seit Anfang Dezember steht beim Eingang im Santé Sälipark (Apotheke Rotpunkt, Drogerie, Naturathek) der Päcklitisch bereit, um für die Weihnachtsflut gewappnet zu sein. Hinter den normalen Verkaufstheken werden rund ums Jahr Geschenke eingepackt. Für die schönen Päckli sorgen fünf Lehrlinge und zehn Drogistinnen. Die Apothekerinnen packen keine Geschenke ein. Die Lehrlinge besuchen im ersten Jahr einen «Gschänkli einpacken»-Kurs. Im Shop selber werden sie dann weiter geschult. Maria Studer, ausgebildete Drogistin, arbeitet seit bereits 20 Jahren in der Filiale im Sälipark. «Sie ist der Profi im Geschenkeeinpacken», schwärmt ihr Chef Roland Rudolf von Rohr. Sie weiss, worauf es bei einem Geschenk ankommt: «Tempo, Ästhetik, Technik; all das spielt eine Rolle. Die Kanten müssen zum Beispiel satt sein, und das Papier muss genau abgemessen werden.» Je näher Weihnachten rückt, desto mehr Geschenke müssen eingepackt werden. «Jedes Jahr haben wir anderes Papier und passende Bändeli. Für teurere Geschenke haben wir spezielleres Papier», erklärt Studer. «Meine Frau geht jedes Jahr mit ein paar Angestellten an die Geschenkmesse Ornaris, um sich beraten zu lassen und das Material auszuwählen. Alles wird miteinander abgestimmt», erzählt Rudolf von Rohr. Wie viel sich die Filiale die weihnachtliche Dienstleistung kosten lässt, weiss der Geschäftsleiter nicht genau: «Ab grossen Mengen wird es günstiger. Meistens kostet dann ein Bogen um die ein bis zwei Franken.» Klar ist, das Verpacken ist und bleibt eine kostenlose Dienstleistung. «Das Angebot haben wir seit 30 Jahren. Es war immer eine Domäne von Drogerien und Parfümerien, schöne Päckli zu kreieren. Die Angestellten machen es auch gerne. Das übertragen sie auf den Kunden. Grösstenteils lassen Kunden sich die Geschenke hier bei uns einpacken.»

Santé Sälipark in Olten ist geübt.

Santé Sälipark in Olten ist geübt.

Hofer Bijouterie, Solothurn

«Das Einpacken der Geschenke gehörte bei uns schon immer dazu. Es ist sozusagen eine Selbstverständlichkeit», sagt Regula Hofer, Geschäftsführerin der Goldschmied Hofer Holding AG in Solothurn. Die Kunden schätzten dies sehr. Geld hätte man für diese Dienstleistung noch nie verlangt. Es gehöre einfach dazu, so Hofer. «Die Kunden sind in der Regel immer zufrieden mit unseren Päckchen. Allenfalls gefällt das Geschenkpapier nicht, aber auch dies lässt sich regeln.» Als Trinkgeld bekämen die Angestellten als Dankeschön «Chrömli» oder ab und zu einen Blumenstrauss von Stammkunden.

So packt Goldschmied Hofer ein.

So packt Goldschmied Hofer ein.

Maegli Bijouterie, Grenchen

Auch in der Maegli Bijouterie am Marktplatz in Grenchen gibt es schöne Päckchen. «Wir legen einen sehr grossen Wert darauf und sind auch dafür bei den Kunden bekannt», so Gabrielle Maegli, die Geschäftsinhaberin. An Weihnachten werde gerne Schmuck geschenkt, deswegen hätten sie alle Hände voll zu tun. «Wir bereiten im Voraus alles vor, damit kein Stress aufkommt.» Auf die Frage, ob denn diese Dienstleistung rentiere, antwortet Maegli: «Das Papier selber ist nicht teuer. Wir dekorieren unsere Päckchen jedoch mit Schleifen und Anhängern, das kostet dann schon mehr.» Der Kunde habe ein Anrecht darauf. «Heutzutage werden auch Pralinen schön verpackt, wieso sollte man das beim Schmuck, der mehr kostet, dann nicht machen?», erklärt Maegli.

Klein, aber fein: bei Maegli, Grenchen.

Klein, aber fein: bei Maegli, Grenchen.

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