Suchtprävention

Wer 88-mal am Tag nach dem Handy greift, hat ein Problem

Wer sein Handy zu oft am Tag benutzt, hat ein Problem.

Wer sein Handy zu oft am Tag benutzt, hat ein Problem.

Bei einem Fortbildungsmodul mit dem Titel «Engagiert gegen Suchtmittelmissbrauch» würde man eher weniger vermuten, dass der Gebrauch von Mobiltelefonen thematisiert wird. Genau das war unter anderem aber der Fall bei einem von der kantonalen Sportfachstelle organisierten Kurs.

In den letzten paar Jahren ist der Alkohol- und Tabakkonsum bei 13- bis 15-Jährigen rückläufig. Doch ist dies bloss deshalb der Fall, weil eine Verlagerung zum ständigen Gebrauch von Smartphones und digitalen Medien stattgefunden hat?

Wer durchschnittlich 88 mal pro Tag aufs Handy zugreift, ist für Suchtspezialisten ein problematischer Nutzer, der oft an Konzentrationsschwierigkeiten leidet. Mit solchen Fragestellungen und Tatsachen sahen sich rund 30 J+S-Leiterinnen und -Leiter am Fortbildungsmodul «Engagiert gegen Suchtmittelmissbrauch» in Solothurn konfrontiert.

Der von der kantonalen Sportfachstelle organisierte Kurs bot die Möglichkeit, um sich über Gesundheitsförderung im Sportverein auszutauschen.

Alkoholkonsum in Sportvereinen

Ordnung in die Vorkenntnisse, Erfahrungen und Wissensbedürfnisse brachten mit Katharina Jost (Suchthilfe Ost) und Kursleiter Ueli Imhof (Perspektive Region Solothurn-Grenchen) zwei Vertreter der Solothurner Fachstellen für Suchtprävention.

Sie brachten dem Publikum zuerst die rechtliche Situation beim Jugendschutz in den Bereichen Alkohol, Tabak, Cannabis, Snus und E-Zigaretten näher. Zum Überblick gehörten auch die jeweiligen gesundheitsgefährdenden Folgen von übermässigem Drogenkonsum. Cannabis schwächt Jugendliche gerade in Bereichen wie Selbstverantwortung und Problemlösen. Besonders bedenklich ist Alkoholkonsum bei Teenagern, weil er Schädigungen von Organen nach sich zieht, die gar noch nicht voll ausgebildet sind.

Sportvereine, die oft einen ritualisierten Umgang mit Alkohol pflegen, sind hier besonders gefordert. «Wichtig ist aber dabei, nicht zu moralisieren», sagte Ueli Imhof. Sinnvoller sei es, die Jugendlichen in die Auseinandersetzung mit dem Stoff heranzuführen und sie so ein eigenes Verhältnis dazu finden zu lassen.

In Gruppenarbeiten gingen die J+S-Leiter den Fragen nach, die sich im Zusammenhang mit Substanzkonsum in Sportvereinen stellen. Sie erarbeiteten Lösungsmuster, um als Verantwortliche den Trainingsalltag, Lager oder Anlässe möglichst glaubwürdig und mit gesundem Menschenverstand zu gestalten.

Sie lernten dabei, wie sie ihre Vorbildrolle angemessen wahrnehmen und wie sie problematische Jugendliche möglichst früh erkennen und auf ihr auffälliges Verhalten ansprechen können. (JS)

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