Hägendorf

Weniger Gruppen in der Nordwestschweiz, aber mehr Jodler

Über 450 Delegierte und Gäste wohnten der 84. Delegiertenversammlung des nordwestschweizerischen Jodlerverbandes in Hägendorf bei.

Über 450 Delegierte und Gäste wohnten der 84. Delegiertenversammlung des nordwestschweizerischen Jodlerverbandes in Hägendorf bei.

Die Delegierten des nordwestschweizerischen Jodlerverbandes blicken vorwärts auf ihr Jodlerfest in Mümliswil-Ramiswil und diskutierten ihr Medienkonzept.

Am Samstag fanden sich 257 Stimmberechtigte und über 200 Gäste in Hägendorf zur 84. ordentlichen Delegiertenversammlung des nordwestschweizerischen Jodlerverbandes (NWSJV) ein. Im NWSJV sind die Kantone Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt und Solothurn zusammengeschlossen.

In ihrem Rechenschaftsbericht blickte Verbandspräsidentin Silvia Meister (Matzendorf) auf das vergangene Jahr zurück und liess Erinnerungen nochmals aufleben. Einer der Höhepunkte war das Schnupperwochenende über Pfingsten, das bereits zum 20. Mal durchgeführt wurde. Unter der Leitung von Patrik Noser und Doris Brändli konnten in Gänsbrunnen 66 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren sowohl Jodeln, Alphornblasen als auch Fahnenschwingen kennenlernen und am abschliessenden Jubiläumskonzert das Gelernte zeigen. Auch dieses Jahr wird wieder ein solcher Nachwuchsanlass angeboten.

Fest in Mümliswil

Über das kommende nordwestschweizerische Jodlerfest am ersten Juliwochenende in Mümliswil informierte OK-Präsident Roland Fürst: «Das Fest steht!», konnte er berichten. Ein vierzigköpfiges OK ist an der Arbeit. Das Fest läuft unter dem Motto «Chilbi im Dorf». Im Dorfzentrum wird ein Jodlerdörfli entstehen. Die Wege zwischen den Vortragslokalen Kirche sowie Aula und Turnhalle Brühl sind kurz. Dort haben die Formationen jeweils die Gelegenheit, sich für das «Eidgenössische 2020» zu qualifizieren.

Jahresberichte, Rechnung und Budget wurden zügig verabschiedet. Der vom Vorstand beantragten Erhöhung des Jahresbeitrags für Gruppenmitglieder stimmten die Delegierten mit 174 zu 60 Stimmen zu.

Mehr zu reden gab das Neue Medienkonzept des Zentralverbandes. Der Schwingerverband stellt die gemeinsame «Schwinger-Hornusser-Jodler-Zeitung» auf Ende März ein. Deshalb entschied der Eidgenössische Jodlerverband, eine eigene gefällige Monatszeitung mit dem Titel «lebendig.» herauszugeben. Auf Widerstand stiess vor allem das Pflichtabo von jährlich 20 Franken. Zentralpräsidentin Karin Niederberger verteidigte das Projekt. Das Konzept stehe durchaus auf drei Säulen und sehe neben dem «lebendig.» eine Website und ein Newsletter sowie soziale Medien vor. Um – angesichts der Altersstruktur – alle Mitglieder zu erreichen, sei ein Printmedium unerlässlich. In einer Abstimmung mit konsultativem Charakter hiessen die Delegierten mit klarem Mehr das Vorhaben gut.

Neu in den Vorstand wurden gewählt Immanuel Näf (Administrator) und Pascal Schneller (Protokollführer). Sie ersetzen Patrik Noser, der beide Ämter in Personalunion ausgeübt hatte. Somit setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: Silvia Meister (Präsidentin), Karin Ramseier (Vizepräsidentin), Robert Füglistaler (Finanzen), Bruno Vaterlaus (Mutationen), Immanuel Näf (Administrator) Pascal Schneller (Protokollführer), Hans-Ruedi Zihlmann (Kurswesen Jodeln), Käthi Studer (Alphornbläser) und Dany Brändli (Fahnenschwingen). Als Webmaster wirkt neu Jacky Breitenmoser. Patrik Noser wurde für seine langjährige Tätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt.

Über 2600 Mitglieder

Der NWSJV zählt aktuell 2635 Mitglieder gegenüber 2365 in Vorjahr. Dies ist ein Plus von 270 Mitgliedern. Für diese Zunahme sind vor allen Eintritte von Einzelmitgliedern verantwortlich. Hingegen nahm die Anzahl Gruppen im Verbandsgebiet im letzen Jahr um drei Jodlerklubs ab; in den letzen sechs Jahren musste der Verband einen Aderlass von 14 Jodlerklubs hinnehmen. Der gesellschaftliche Trend hin zur Individualisierung macht auch vor Gemeinschaften, die das Brauchtum pflegen, nicht halt. Zehn langjährige Jodler wurden zu Ehrenveteranen ernannt, unter ihnen Einzelmitglied Urs Ackermann aus Mümliswil und Cäsar Studer vom Jodlerklub Gunzgen.

Wie es sich für einen kulturellen Verband gehört, bereicherte er die Versammlung mit einem Auftritt der Fahnenschwinger und Vorträgen der Alphornbläser. Zudem erhoben sich die in Trachten gekleideten Jodlerinnen und Jodler, um ihren Anlass mit gemeinsam vorgetragenen Liedern zu umrahm. Zu Beginn sangen sie das Eröffnungslied «Däheim» unter der Leitung von Doris Hirtbrunner.

Und zum Abschluss des statutarischen Teils der Delegiertenversammlung stimmte der Gäuer Chorleiter Hans-Ruedi Zihlmann den «Steinmanndli-Jutz» an.

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