Regelungen, wie hoch das Pensum eines Schulleiters – etwa in Bezug auf Schüler oder Lehrpersonen – sein muss, gibt es im Kanton Solothurn nicht. Die Anstellung ist Gemeindeangelegenheit. Nun hat der Solothurner Schulleiterverband neue Empfehlungen bezüglich der Pensen ausgearbeitet. «Die Überarbeitung war nötig, weil sich die Aufgabenbereiche zunehmend verändern», heisst es vonseiten des Verbandes.

Da es heute viel mehr Teilpensen bei Lehrpersonen gebe, steige für Schulleitungen der Aufwand im Personalmanagement. Die Vergleichbarkeit sei zudem kaum vorhanden, weil die unterschiedlichen Strukturen und Ausstattungen der einzelnen Schulen eine grosse Rolle spielen, so Verbandspräsident Adrian van der Floe.

Die Unterschiede liegen auch darin, dass kommunale Angebote wie Musikschulen und Tagesstrukturen an einigen Schulen unter die Schulleitung fallen. Der Einwohnergemeindeverband unterstützt die neuen Empfehlungen des Verbandes, welche jene von 2009 ablösen. Sie basieren im Grundzug immer noch auf der Anzahl der Schüler, lassen jedoch grösseren Spielraum für die jeweilige Schulorganisation. So seien sie als minimale Richtzahlen für prozentuale Anstellungen zu verstehen.

Ein grosses Projekt, das der Verband im vergangenen Jahr zudem in Angriff genommen hat, ist die Regelung des Berufsauftrags der Lehrpersonen. Während praktisch jeder Kanton der Deutschschweiz einen differenzierten Berufsauftrag für Lehrer kennt, ist dies im Kanton Solothurn nicht der Fall. Hier sind die Pflichten und Rechte der Lehrpersonen knapp und seit Jahren unverändert im GAV geregelt.

Er enthält viele offene Fragen bezüglich Auftrag und Arbeitszeiten. Der Schulleiterverband hat deshalb einen Entwurf eines Berufsauftrags entwickelt. «Dies soll Unsicherheiten klären, aber auch klarere Rahmenbedingungen bezüglich der Arbeitszeit erwirken. Verpflichtungen können geklärt werden, insbesondere bei den vielen Lehrpersonen im Teilpensum», so van der Floe. (lrb)