Black Friday

Wegen Corona setzen manche Solothurner Geschäfte sogar auf eine ganze Schnäppchen-Woche

Die Vögele Shoes-Filiale in Solothurn kündigt den Black Friday an. Die ganze Woche gibt es spezielle Angebote.

Die Vögele Shoes-Filiale in Solothurn kündigt den Black Friday an. Die ganze Woche gibt es spezielle Angebote.

Am 27. November findet der alljährliche Black Friday statt. An diesem Tag stürmen die Schnäppchenjäger und -jägerinnen die Läden. Wie läuft die Rabattschlacht jedoch in Zeiten von Corona ab – und welche Solothurner Läden bieten überhaupt Aktionen an?

Kleider zum halben Preis, Elektrogeräte im Sonderangebot: Solche Aktionen gibt es oft am letzten Novemberfreitag, am sogenannten Black Friday. Im Kanton Solothurn bieten an diesem Tag einige Läden – oft von Kettenunternehmen – seit mehreren Jahren Preisnachlasse an, während andere sich noch nie damit beschäftigt haben.

In diesem Jahr das erste Mal dabei: Mode Küng in Solothurn. «Wir haben in den vorderen Jahren nie mitgemacht», sagt Inhaber Thomas Schärer. «Ich finde auch nach wie vor, dass der Black Friday nicht zur schweizerischen Mentalität passt. Er hat sich in den vergangenen Jahren jedoch sehr verbreitet.»

Aufgrund von Corona begrüssen Schärers Filialen jedoch weniger Kundschaft, was zu Umsatzeinbussen führt. Daher gibt es in diesem Jahr am Black Friday in den drei Filialen von Mode Küng Aktionen. Auf ein Kleidungsstück erhält man 10% Rabatt, auf 2 Stücke 20% und ab 3 gibt es 30% Preisnachlass.

Die Aktionen starten zwar am bekannten Black Friday, sie werden jedoch auch später noch in den Filialen anzutreffen sein, da alle vorhandenen Waren verkauft werden müssen. Wie lange das dauert kann Schärer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. «Es ist schwer abzuschätzen, wie die Leute auf die Aktionen reagieren. Da es relativ starke Preisnachlasse gibt, erwarten wir jedoch, dass es entsprechend einschlägt». Trotz der Vergünstigungen wird kein Ansturm erwartet. «Falls doch, wird aufgrund der Corona-Massnahmen eine Eingangskontrolle eingeführt», meint Schärer. 

Keine Massen erwartet

Auch Andreas Gasche, Geschäftsführer des kantonal-solothurnischen Gewerbeverbands, glaubt nicht, dass es einen extremen Ansturm auf die Läden geben wird, da die Leute im Moment eher zurückhaltend seien. «Die Städte Solothurn und Olten sind sehr weitläufig und daher denke ich nicht, dass es zu einer Situation wie im Tivoli kommt». Zur Jubiläumsfeier im Spreitenbacher Shoppingcenter strömten Ende Oktober Menschenmassen, um von den Spezialangeboten der Feierlichkeiten zu profitieren.

«Wir benötigen jedoch solche Aktionen wie der Black Friday, damit die Leute wieder in den einzelnen Läden einkaufen gehen», fügt Gasche noch hinzu. 

Kein grosser Freund vom Black Friday

Im Gegensatz zu Mode Küng setzen sich viele Kleingewerbe in der Stadt Solothurn und Olten, wie Head over Heels, Sol-ID und die Buchhandlung Klosterplatz in diesem Jahr nicht mit dem Black Friday auseinander. «Mit einem solchen Tag heizt man den Konsum an», meint Christian Meyer, Geschäftsleiter der Buchhandlung Klosterplatz. «Wir leben zwar davon, aber es muss in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Mir wird es bei all diesen Aktionen manchmal fast schlecht, wenn ich den Preis der einzelnen Produkte sehe». Diese Rabattschlachten würden nicht nur den Wert von den Produzierenden mindern, sondern auch von der Ware selbst.

Anita und Christian Meyer in der Buchhandlung Klosterplatz (Archivbild)

Anita und Christian Meyer in der Buchhandlung Klosterplatz (Archivbild)

Auch die Inhaberin von Eggg Design in Olten, Christa Grossmann, ist kein grosser Freund vom Black Friday: «Ich bin gegen amerikanische Traditionen in der Schweiz».

Wie auch Reto Spiegel vom Gewerbeverband Olten zu verstehen gibt, ist der Black Friday in der Dreitannenstadt eher in Filialen von Kettenunternehmen anzutreffen und nicht im Kleingewerbe. «Ich glaube, in diesem Jahr wird er auch nicht mehr so der Renner sein, wie auch schon.»

Auch die Einkaufszentren selber promoten ihn oft nicht 

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach den Black Friday Aktionen gewachsen und entsprechend auch das Angebot der Stores im Fashion Fish Outlet in Schönenwerd. «Aufgrund von Corona konzentrieren sich die Aktionen und Promotionen jedoch nicht auf einen Tag, sondern werden auf die ganze Woche ausgeweitet», so Elena Pintabona, Marketingleiterin des Einkaufscenters. Da es sich um einen Outlet handle, würden einzelne Stores spezielle Promotionen mit Zusatzrabatten in dieser Woche angeboten. Am Schutzkonzept wird sich in dieser Zeit nichts ändern.

Das Einkaufszentrum Sälipark in Olten hat den Black Friday noch nie in Erwägung gezogen. «Der Aufwand für einen einzelnen Tag lohnt sich nicht», so Centerleiterin Vera Graf. Er müsste jeweils sehr stark promotet und viel Werbegeld müsste investiert werden.« Die einzelne Geschäfte im Sälipark machen teils Aktionen, das Center an sich jedoch nicht.»

Strengere Schutzmassnahmen

Auch im Birchi Center in Zuchwil bieten einzelne Läden wie der Blackout Aktionen an. «Aufgrund von Corona wird jedoch nicht zu gross promotet. Wahrscheinlich wird auch ein grosser Teil eher online abgewickelt», so Centerleiterin Pamela Gerber. Wie man auf der Internetseite von Blackout sehen kann, sind die Black Days bereits gestartet. «Am Black Friday wird es anschliessend attraktive neue Angebote geben», so Jasmin Müller, Verkaufsleiterin Blackout Schweiz.

Aufgrund von Corona und den steigenden Fallzahlen hätten sich in diesem Jahr jedoch die Vorzeichen geändert. Daher würden an den Black Days die bereits bestehenden Schutzmassnahmen verstärkt. «In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit und der Swiss Retail Federation haben wir Massnahmen vor und im Laden getroffen. Das Personal wurde entsprechend informiert und geschult», so Müller weiter. Durch diese Massnahmen sollen weitere Ansteckungen verhindert werden. 

Mehr Zeit und Raum zur Verfügung

Die Vögele Shoes-Filialen starten auch bereits vor dem Black Friday mit Preisvorteilen. «Am Freitag selbst werden wir uns zudem mit einem speziellen Angebot an unsere Stammkunden und ShoeClub-Mitglieder richten», so Max Bertschinger, CEO Vögele Shoes. 

Aufgrund von Corona werden die Angebote auf die ganze nächste Woche verteilt. «Mit dieser Massnahme erhalten unsere Kundinnen und Kunden mehr Zeit und Raum für Ihren Einkauf», so Bertschinger weiter. Zusätzlich werde teilweise mehr Personal eingesetzt, um dem erwarteten Kundenandrang gerecht zu werden. Ebenso wurde in den einzelnen Filialen dafür gesorgt, dass ein entsprechender Vorrat an Hygiene-Material vorhanden sei. 

Auch die grösste Schweizer Warenhauskette ist mit dabei

Im Manor Solothurn werden am Black Friday wie in allen weiteren Schweizer Filialen alle verfügbaren Kassen geöffnet. Bereits nach der Wiederöffnung im Mai konnte die Warenhauskette Kundenfrequenzen wie zur Weihnachtszeit registrieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können nun für den anstehenden Black Friday genutzt werden.

«Wir haben unser Sicherheitsdispositiv noch weiter verfeinert und verstärkt, um auch im stationären Bereich ein sicheres Einkaufen in der Black Friday Woche zu gewährleisten», so Andreas Richter, Unternehmenssprecher von Manor. Bereits jetzt werden in den Filialen viele Schutzmassnahmen wie beispielsweise Plexiglasscheiben vor der Kasse sowie Abstandskleber umgesetzt. «Wir haben zusätzlich noch Möglichkeiten ausgelotet, wie Kundenströme besser verteilt werden können». 

Mehr Online-Käufe

Manor rechnet durch die Pandemie mit einer Anteilsverschiebung vom Direktkauf hin zum Online-Handel. Auch Vögele Shoes rechnet mit einem überproportionalen Umsatz über den Onlineshop. So sollen alle «wunschgemäss und der Situation angemessen zum Zuge kommen», heisst es von Seiten des Unternehmens.

Da Blackout keinen Online-Versand anbietet, wird dort auf die Kundenbetreuung gesetzt – und mit einer erhöhten Kundenfrequenz an den Black Days gerechnet.

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