Solothurner Zeitgeschichte

Was ein Miststock so alles zu sagen hat

Selbst wenn sich jemand die Mühe nehmen möchte, einen so kunstvoll aufgebauten Miststock würde man heute nicht mehr hinkriegen.

Selbst wenn sich jemand die Mühe nehmen möchte, einen so kunstvoll aufgebauten Miststock würde man heute nicht mehr hinkriegen.

Unwiederbringlich: Der sechste Teil der fotografisch festgehaltenen Solothurner Zeitgeschichte. Diesmal ein äusserst ordentlicher Misthaufen aus Subingen.

«Wie der Miststock, so der Bauer.» Oder: Die Braut sei gerne nach Grösse und Ordentlichkeit des Miststocks auf dem elterlichen Hof ausgewählt worden. Solches ist in Erzählungen nachzulesen und betagte Bauersleute bestätigen es. Ob der Bauer in Subingen, wo das Bild im Juli 1980 aufgenommen wurde, seinen Miststock deshalb so ordentlich gezüpfelt hat?

Natürlich hat die Sache vorab einen praktischen Grund. Der Bauer – bzw. meistens der Knecht – schichtet das zu Mist gewordene Stroh am Rand des Stocks in einem Zopfmuster auf, stampft auf der Innenseite den Mist tüchtig ein und so entsteht eine stabile Aussenwand. Auch wenn sich heute ein Bauer die Zeit zu dieser Art Miststockaufbau nehmen würde, es würde ihm nicht gelingen, weil der Rohstoff fehlt. Die Halme des heutige gängigen Getreides sind zu kurz, damit lässt sich kein Zopfmuster flechten.

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