Am Donnerstag haben Markus Dietschi und Martin Flury bekannt gegeben, dass sie der BDP den Rücken kehren und zur FDP wechseln. Auf die Idee zu wechseln, kamen die beiden nicht von sich aus. FDP-Parteipräsident Stefan Nünlist war auf die beiden Kantonsräte zugekommen.  

Tatsächlich erhofft sich Nünlist mit dem Wechsel, der FDP einen etwas «grüneren Anstrich» verpassen zu können. Und er will den Berufsstand der Landwirte wieder für die FDP gewinnen, die gerade im Bucheggberg über Jahrzehnte eine Basis der Freisinnigen waren. «Wir wollen eben eine Volkspartei sein», so Nünlist. Flury und Dietschi seien nicht nur beide in freisinnigen Elternhäusern aufgewachsen. Sie seien auch «kompetente, in Kanton und Region verwurzelte Persönlichkeiten». Der Solothurner Parteipräsident hofft mit dem Übertritt der «bodenständigen Liberalen» nicht zuletzt auf ein Signal für den Rest der Schweiz.

BDP-Vertreter wechseln zur FDP

BDP-Vertreter wechseln zur FDP

Nach dem grossen Jubel bei der Wahl 2013 kommt nun die Ernüchterung. Die Partei konnte keine gesunde Basis aufbauen und ist nun zu schwach.

Allerdings waren bisher gerade bei der Energiepolitik und in der Raumplanung grosse Gräben zwischen der BDP und der FDP auszumachen. Das sei ihnen klar, sagten Flury und Dietschi. «Wir werden, und das weiss man in der FDP, nicht einfach das Parteiprogramm übernehmen. Wir werden uns selbst bleiben», sagte Dietschi. «Persönlichkeiten bleiben Persönlichkeiten», bekräftigte denn auch FDP-Fraktionschef Peter Hodel, der selbst Landwirt ist und sich umso mehr über den Zuwachs freut.

Mit dem Wechsel wird die FDP mit neu 28 Sitzen zur stärksten Fraktion im Kantonsrat. Die CVP-Fraktion – mit EVP und GLP im Seitenwagen – schrumpft dagegen auf 24 Sitze. Flurys und Dietschis Kommissionssitze allerdings gehen nicht zur FDP, sondern bleiben in der Mitte-Fraktion.