Katholische Synode

Vom schwierigen Kampf gegen den gesellschaftlichen Bedeutungsverlust

Immer mehr treten aus der Kirche aus.

Immer mehr treten aus der Kirche aus.

Kirchenaustritte und die bevorstehende Unternehmenssteuerreform III bereiten der Katholischen Synode Sorgen.

«Viele Herausforderungen kommen auf uns zu, ich weiss aber, dass es uns gelingen wird, auch in Zeiten wo Christsein nicht mehr so «trendy» ist, gemeinsam neue Wege zu finden und zu beschreiten», gab sich Synodalratspräsidentin Bernadette Rickenbacher anlässlich der Synodalversammlung zuversichtlich.

Ressortleiter Kurt von Arx bezeichnete den Finanzhimmel als nicht so rosig, etwa im Hinblick auf die Unternehmersteuerreform III oder auf die Kirchenaustritte. Der Kanton Solothurn stehe diesbezüglich an dritthöchster Stelle.

Aktive Beteiligung geht zurück

Die Austritte sowie die Zugehörigkeit zu anderen Religionsgemeinschaften thematisierte auch Daniel Kosch, Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ). Diese engagiert sich für die Anliegen der katholischen Kirche auf nationaler Ebene. In seinem Referat hob Daniel Kosch die fundamentale Bedeutung des grossen Umbruchs für die Stellung der Religionen in unserer Gesellschaft hervor.

Lebten im Jahr 1970 in der Schweiz 50 Prozent Katholiken, waren es 2014 noch 38,2 Prozent. Davon haben 34.8 Prozent einen Migrationshintergrund und 23,4 Prozent keinen Schweizer Pass. Die Zuwanderung sei ein wesentlicher Teil des Mitgliederbestandes. Die aktive Beteiligung am kirchlichen Leben gehe generell zurück. Die Kirche werde vor allem über die Medien wahrgenommen: «Der Papst kommt mit dem Fernseher in die Stube und die Kirche ist 500 Meter weit entfernt», so Daniel Kosch.

Er wünscht sich für die Zukunft mehr Zusammenarbeit und Überwindung des Gärtchendenkens, mehr Sensibilität für den gesellschaftlichen Wandel und mehr lösungsorientiertes Handeln. Diesbezüglich warb Urs Umbricht, Kommunikationsverantwortlicher der Synode, für die Weiterbildung der Kirchgemeinderäte am 30. April in Solothurn zum Thema, «Ein Blick auf die Herausforderungen der kirchlichen Arbeit mit unterschiedlichen Nutzergruppen».

Beiträge an Kirchgemeinden

Die Synodalrechnung 2015, präsentiert von Verwalter Dominik Portmann, weist einen Ertragsüberschuss von 31 450 Franken auf. Dies nach Einlage von 149 790 Franken in den Ertragsausgleichsfonds, der negative Schwankungen auffängt. Neu beträgt er 1,225 Mio. Franken. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 31 923 Franken. Die Beiträge der Kirchgemeinden an Synode und anderssprachige Missionen beliefen sich auf 2,66 Mio. Franken.

Wenig erfreulich sieht die Finanzausgleichsrechnung mit einem Aufwandüberschuss von 15 849 Franken aus. Vorgängig mussten dem jährlich schwindenden Ertragsausgleichsfonds dieser Rechnung 627 000 Franken entnommen werden, der nun auf 1,05 Mio. Franken schrumpft. Dies aufgrund höherer Beiträge an Kirchgemeinden für Bau- und Renovationsvorhaben und der ungünstigen Kursentwicklungen bei den Wertschriften.

Die Finanzausgleichszahlung des Kantons fiel mit total 2,623 Mio. Franken um 3 Prozent höher aus als im Vorjahr. Die 81 Stimmberechtigten genehmigten einstimmig die beiden Rechnungen sowie den Nachtragskredit von 202 839 Franken der Finanzausgleichsrechnung für einmalige Beiträge an Kirchgemeinden.

Grussworte und Dank übermittelten Regierungsrat Remo Ankli, Ruedi Köhli, Präsident der Solothurner Interkonfessionellen Konferenz der drei Landeskirchen (Siko) sowie Arno Stadelmann, Dompropst und Bischofsvikar.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1