Förderpreis

Vigier Stiftung fördert Jungunternehmer mit einer halben Million Franken

Die W.A. Vigier Stiftung vergibt den mit je 100 000 Franken dotierten Förderpreis an fünf innovative Schweizer Startup-Firmen. Der Förderpreis ist die höchstdotierte und eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Jungunternehmer aus der Schweiz.

Von Hightech-Fussfesseln über massgeschneiderte Knochenimplantate bis hin zu lebensrettenden Infusionen: Das Spektrum der dieses Jahr ausgezeichneten Projekte respektive Jungunternehmer mit dem De-Vigier-Jungunternehmerpreis ist gross (siehe Kasten unten).

Hoch war auch die Anzahl der eingereichten Projekte. «Mit 251 Bewerbungen um den Förderpreis haben wir einen neuen Rekord verzeichnet», erklärte an der gestrigen Preisverleihung Daniel Borer. Der Unternehmer und Arzt hat im vergangenen Jahr das Präsidium der Stiftung vom langjährigen und altershalber zurückgetretenen Präsidenten Moritz Suter übernommen.

Schwierige Selektion

Zwar sage diese Zahl, so Borer, alleine nicht viel aus; es könnten ja auch schlechte Innovationsideen gewesen sein, um aber gleichzeitig zu beruhigen. «Es handelt sich allesamt um gute Projekte.»

Sie zeichneten sich aus durch Qualität, grosses Marktpotenzial und Innovationskraft. Desto schwieriger und anspruchsvoller habe sich der Selektionsprozess erwiesen. Aber eines zeige die hohe Anzahl an Eingaben trotzdem: «Der Innovationsplatz Schweiz lebt», erklärte Borer vor rund 250 Vertretern und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Politik und Behörden im Sommerhaus der Familie de Vigier in Solothurn.

Herzblut und Hartnäckigkeit

Ob Informatiker, Wissenschafter, Mediziner, Tüftler oder gewiefter Finanz- und Marketingfachmann: Wie unterschiedlich die ausgezeichneten Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer auch sind, sie verfolgen ihr Ziel mit Herzblut und Hartnäckigkeit.

Sie präsentierten ihre mehr oder weniger weit fortgeschrittenen Projekte souverän, professionell und leidenschaftlich. Von Überzeugungskraft sprach Borer. «Die angehenden Unternehmer müssen begeistern können - das eigene Team, die Investoren und letztlich den Kunden.»

Die ausgezeichneten Preisträger haben je 100 000 Franken von der Stiftung erhalten. Dieses Startkapital könne für die einen Gewinner durchaus ein entscheidender Betrag sein, um das Projekt weiterzutreiben, sagte Borer.

«Für andere hat das Preisgeld dagegen eine Signalwirkung, um weitere Investoren ins Boot zu holen.» In allen Fällen sei die Auszeichnung «ein Gütesiegel». Aber die Stiftung biete einiges mehr als Geld. «Unsere Experten begleiten die Unternehmen aktiv auf ihrem Weg und die Stiftung stellt ein breites Netzwerk zur Verfügung.» Die Erfolgsbilanz lasse sich sehen. Denn zwei Drittel der seit 1989 ausgezeichneten Unternehmen seien immer noch aktiv am Markt.

Kaum Solothurner Preisträger

Auffallend ist, dass seit Jahren fast keine Preisträger im Kanton Solothurn angesiedelt sind. Sind die Solothurner weniger innovativ? «Nein», meint Borer. Die Gründe kenne er nicht, aber alle Projekte müssten denselben Selektionsprozess durchlaufen. Es wäre schön, wenn die Solothurner Stiftung auch Solothurner Jungfirmen auszeichnen könnte. «Aber Bonuspunkte gibt es leider keine», sagt er lachend. Zur Förderin von Jungunternehmen 2014 wurde Pascale Vonmont, Vizedirektorin der Gebert-Rüf-Stiftung gewählt.

«Unternehmer muss Spur legen»

Seine Leidenschaft - das Reisen - habe er sich zum Beruf gemacht, berichtete Gastreferent André Lüthi, CEO und Mitinhaber der Reisegruppe Globetrotter mit rund 420 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 255 Millionen Franken. Für die Umschreibung des erfolgreichen Unternehmers benutzt er das Bild des Bergführers. «Einer führt, einer geht mit. Aber beide müssen dasselbe Ziel im Auge haben.»

Denn der Gipfel sei nur gemeinsam zu erreichen. «Der Unternehmer muss die Spur legen, aber am lockeren Seil», dozierte Lüthi. Das bedinge ein hohes Vertrauen innerhalb eines Teams. Der Reiseprofi korrigierte auch festgefahrene Meinungen. Zum Beispiel: «Es ist nicht Aufgabe des Unternehmers zu motivieren. Sondern er muss ein Umfeld schaffen, in welchem sich die Mitarbeitenden selbst motivieren.»

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