Verkehrsanbindung Thal
Die Solidarität hat gespielt, die Stimmberechtigten sagen deutlich Ja zur Umfahrung Klus

Das Ergebnis ist eindeutig: Knapp 59 Prozent der Stimmenden sprechen sich für den 74-Millionen-Verpflichtungskredit für die Verkehrsanbindung Thal aus. Nun muss das Projekt aber auch noch eine juristische Hürde nehmen.

Urs Moser
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Hoch die Tassen: Das Befürworterkomitee feiert den klaren Abstimmungssieg.

Hoch die Tassen: Das Befürworterkomitee feiert den klaren Abstimmungssieg.

Bruno Kissling

Das juristische Verfahren zum Plangenehmigungsverfahren bleibt hängig, aber der Entscheid der Solothurner Stimmberechtigten ist eindeutig: Sie wollen, dass die Verkehrsanbindung Thal gebaut wird. Der Verpflichtungskredit von 74 Millionen dafür wurde mit knapp 59 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

In dieser Deutlichkeit hätten nicht einmal die Befürworter darauf gewettet, denn die Gegenseite hatte eine engagierte und clevere Kampagne geführt. Zum Beispiel dafür gesorgt, dass das vom Verwaltungsgericht eingeforderte Denkmalschutzgutachten publik wird. Oder dass man im Baudepartement geplant hatte, eine eigentliche Staatspropaganda für das Projekt einzufädeln. Er sei tatsächlich zuversichtlich gewesen, dass die Abstimmung zu gewinnen ist, sagte denn auch ein enttäuschter Fabian Müller am Sonntag, der Kopf des Gegnerkomitees.

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Er kann jetzt nur noch darauf setzen, dass das Verwaltungsgericht zum Schluss kommt, dass das Umfahrungsprojekt gar nicht bewilligungsfähig ist. Er vertraue hier darauf, dass das Gericht unabhängig genug ist, um die Beschwerden unvoreingenommen vom eindeutigen Volksentscheid für den Verpflichtungskredit zu beurteilen. «Wir werden jetzt sehen, ob das Projekt wirklich ‹verhebt›, sicher will niemand eine illegale Umfahrung», so Müller.

Freude herrscht über die Solidarität im ganzen Kanton

Die Standortgemeinde Balsthal sagte auch klar, aber von allen Thaler Gemeinden noch am verhältnismässig knappsten Ja (55,6 Prozent Zustimmung). Für Gemeindepräsident Freddy Kreuchi ist das keine allzu grosse Überraschung. Das finanzpolitische Agument sei wohl dafür ausschlaggebend gewesen, dass es in Balsthal doch auch etliche kritische Stimmen gab. Nun ist Kreuchi aber vor allem erleichtert: «Es ist extrem wichtig, dass das Projekt im ganzen Kanton breite Unterstützung gefunden hat und dass sich die anderen Regionen solidarisch mit dem Thal zeigten.»

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Tatsächlich zeigte sich namhafter Widerstand nur im Schwarzbubenland, wo 10 der 23 Gemeinden gegen die Umfahrung Klus stimmen. In allen anderen Gemeinden ausser Trimbach reichte es für mehr oder weniger satte Ja-Mehrheiten. Von den Städten zeigte sich Olten (52,7 Prozent Ja) am kritischsten, in Solothurn sagten 54 Prozent, in Grenchen sogar 63 Prozent Ja. Kreuchi zeigt sich zuversichtlich, dass auch das juristische Verfahren um die Plangenehmigung ein positives Ende nehmen wird.

Das vom Verwaltungsgericht eingeholte gemeinsame Gutachten der eidgenössischen Natur- und Heimatschutz- und der Denkmalschutzkommission kam zwar zu einem einigermassen vernichtenden Ergebnis, dieses Gutachten sei aber «voreingenommen und unsachlich», so Kreuchi.

«Ein zentraler Meilenstein ist erreicht»

So hart würde es Baudirektorin Sandra Kolly öffentlich kaum ausdrücken, aber auch sie unterstrich am Sonntag noch einmal, dass der Regierungsrat «der Meinung ist, dass das Vorhaben die Anforderungen bezüglich Ortsbild- und Landschaftsschutz vollumfänglich erfüllt».

Mit dem am Sonntag genehmigten Kredit sei «ein zentraler Meilenstein der rund 60-jährigen Planungsgeschichte erreicht», so Kolly, «die langjährige und sorgfältige Projektplanung und -optimierung hat sich gelohnt».

Die Regierungsrätin ist überzeugt: «Einzig mit der Verkehrsanbindung Thal ist eine nachhaltige Verkehrserschliessung der Randregion Thal möglich.» Darauf habe der Regierungsrat immer hingewiesen. So würden die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der ganzen Region und des Städtchens Klus geschaffen.

Kolly zeigte sich «sehr erfreut» über das deutliche Abstimmungsergebnis, die Mehrheit der Stimmberechtigten teile die Haltung, dass von der neuen Strasse nicht nur die Automobilisten, sondern auch Velofahrer, Fussgänger und Benutzer des öffentlichen Verkehrs profitieren.

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