Die Skisaison im Kanton Solothurn ist wohl vorüber. Die wärmeren Temperaturen und der damit einhergehende Regen lassen auch dem zähesten Pistenbauer keine Chance. Derweil ziehen die Betreiber der Lifte eine erste Bilanz über die Saison.

Guido Sterki, Verwaltungsratspräsident der Sportanlagen Balmberg, sagt treffend: «Die Saison war durchzogen.» Zu diesem Schluss kommt nicht nur er, sondern alle befragten Liftbetreiber schätzen die Saison ähnlich ein. Die Gründe für dieses Fazit sind jedoch unterschiedlich.

Durchgehend weiss

Auf dem Grenchenberg gab es dieses Jahr fast durchgehend eine brauchbare Schneeschicht. Dies auch aufgrund der Pistenlage auf 1300 Metern über Meer. Der Betrieb konnte bis auf zehn Tage immer aufrechterhalten werden. Herausfordernd sei jedoch gewesen, dass es lange keinen Neuschnee gegeben hat, erklärt der Betriebsleiter der Skilift Grenchenberg AG, Luca Rauber. So sei man zur Pistenpräparation gezwungen gewesen, die alte Schneeschicht aufzubrechen und mit dieser zu arbeiten. Dies sei zwar nicht optimal, aber funktioniere.

Luca Rauber resümiert: «Zwar hatten wir diese Saison so viele Tage offen wie seit einigen Jahren nicht mehr, aber mit den Besucherzahlen sind wir nicht ganz zufrieden.»

Für das Fernbleiben der erhofften Besuchermassen macht Rauber die schneearmen Festtage und die frühe Fasnacht verantwortlich. Luca Rauber: «Wenn der Schnee schon mal da war, hatten die Leute keine Zeit für den Wintersport.»

Immer wieder bei null anfangen

Auf dem Balmberg war es genau umgekehrt. An Besuchern mangelte es zwar nie, doch verlief der Betrieb nicht immer reibungslos. So sei laut Verwaltungsratspräsident Guido Sterki der Saisonstart mit dem Schnee Anfang Dezember sehr gut verlaufen, im Januar konnte wegen dessen Ausbleiben jedoch praktisch nie geöffnet werden. Der Februar war schneemässig besser, jedoch auch nicht optimal. Insgesamt schätzt Guido Sterki die Betriebstage diese Saison auf ungefähr 30.

Einem regelmässigen und damit wirtschaftlich attraktiveren Skibetrieb stand vor allem entgegen, dass drei Mal die ganze Piste weggeschmolzen sei. Guido Sterki: «Wir mussten immer wieder von null anfangen. Das Präparieren braucht immer viel Zeit und verursacht Kosten. Das war schon sehr mühsam.»

Kurze Saison – oder gar keine

Bei den tiefer gelegen Liftbetreibern fiel die Saison um einiges kürzer aus als auch schon. Tobias Gasser, Kontaktperson des Nunninger Skilifts, sagt: «Die Saison war miserabel. Wir konnten keinen einzigen Tag den Lift in Betrieb nehmen. Petrus hat den Schnee dieses Jahr leider sehr einseitig verteilt.»

Fast so kurz war die Saison in Hauenstein-Ifenthal. Gerade einmal für einen einzigen Nachmittag Pistenspass reichte der Schnee dort. Finanzielle Sorgen bereitet die kurze Saison dem Betreiberverein Gsahl jedoch nicht. Martin Rubitschung: «Jeweils im Sommer organisieren wir ein Fest, mit dessen Einnahmen wir die Skisaison vorfinanzieren.»