Ständeratswahlen

SVP-Delegierte schicken Imark in den zweiten Wahlgang – und hauen auf FDP und CVP ein

Christian Imark (SVP) wird am 17. November wieder bei den Ständeratswahlen antreten.

Christian Imark (SVP) wird am 17. November wieder bei den Ständeratswahlen antreten.

Christian Imark (SVP) wird am 17. November wieder um den Ständeratssitz des Kantons Solothurn kämpfen. An der Mitgliederversammlung fand die Partei keine guten Worte für FDP-Nationalrat Kurt Fluri und die CVP, die Imark nicht unterstützen wollen.

Die Parteileitung hatte schon Anfang Woche entschieden, Christian Imark in den zweiten Wahlgang für den Ständerat zu schicken, weil die Anmeldung bereits zwei Tage nach der Wahl zu erfolgen hatte. Und so kam es, dass die Mitgliederversammlung nurmehr mit Applaus bestätigen konnte, was die Parteispitze vorgespurt hatte. Doch das tat der Überzeugung, trotz erheblichem Rückstand auf den Amtsinhaber Roberto Zanetti (SP), am 17. November reüssieren zu können, keinen Abbruch. Vielmehr gab sich die SVP, angestachelt durch Nationalrat Walter Wobmann, angriffig.

Dies umso mehr, als FDP-Nationalrat Kurt Fluri im Zusammenhang mit einer möglichen Wahlempfehlung für den SVP-Herausforderer Imark unzimperliche Worte gefunden hatte. Von «Scharfmacher» und «totalitärer Gesinnung» war da die Rede. Etwas, das Wobmann gar nicht goutierte: «Fluri ist tief gefallen», sagte er, «aus den Worten spricht Frust», sagte der Nationalrat vor den Mitgliedern in der Zuchwiler «Schützenstube». Fluri sei schlicht und einfach fünf Jahrhunderte zu spät auf die Welt gekommen, um sich diese als «Landvogt» Untertan zu machen. Doch nicht nur die FDP bekam ihr Fett weg, nein, auch die CVP musste daran glauben. Man habe es da wie drüben mit «Pseudobürgerlichen» zu tun, wetterte Wobmann.

Viele lobende Worte fand er in der Folge für Ständeratskandidat und Parteipräsident Imark: «Jung, erfahren, gradlinig - er ist angekommen in Bern», sagte Wobmann. Und brach eine Lanze für einen «richtigen Bürgerlichen» neben Bischof. Nicht ohne unerwähnt zu lassen, dass es schier unglaublich sei, wie sich Bischof und Zanetti gleichsam verbrüdert hätten. Für die SVP jedenfalls gebe es da viel Profilierungsfläche und reelle Wahlchancen, um das bisherige Duo zu sprengen.

Die tiefe Wahlbeteiligung macht Sorgen

Und der Kandidat selber? Er liess sich nicht provozieren. Mit Bezug auf den «Scharfmacher»-Vorwurf meinte er etwas flapsig: Ja, es stimme, dass seine Frau im kommenden Mai das zweite Kind erwarte. Nun denn. Im Übrigen sei Fluris Aussage schlicht «niveaulos», meinte Imark. Um in der Folge in seiner präsidialen Wahllese erfreut zu konstatieren, dass die SVP im Kanton erstmals in ihrer Geschichte besser abgeschnitten habe als die Mutterpartei schweizweit. Und zudem ihre beiden Sitze im Nationalrat problemlos verteidigt habe. Etwas Sorgen dagegen macht - nicht nur der SVP - die tiefe Wahlbeteiligung. Vor allem in den ländlichen Gebieten ist die hohe Wahlabstinenz ein Problem für die Volkspartei. Da gelte es, mit Blick auf die Kantonsrats- und Regierungsratswahlen Gegensteuer zu geben.

Apropos: Das braucht es laut SVP auch bezüglich der Sozialhilfe für «Scheinflüchtlinge». Sie hat eine Volksinitiative lanciert und liess an der Mitgliederversammlung die Zürcher Nationalrätin Barbara Steinemann dazu auftreten.

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