Kanton Solothurn

Strafuntersuchung gegen William W. abgeschlossen - Untersuchungsbericht bleibt geheim

Im September wurde der Expertenbericht in Sachen William W. vorgestellt - zumindest Teile davon.

Im September wurde der Expertenbericht in Sachen William W. vorgestellt - zumindest Teile davon.

Die Solothurner Staatsanwaltschaft bringt den rückfällig gewordenen Sexualstraftäter William W. vor Gericht. Diese Anklageerhebung ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Untersuchungsbericht in Sachen W. nach wie vor nicht öffentlich ist.

Am Donnerstag teilte die Solothurner Staatsanwaltschaft mit, dass sie Anklage gegen den mehrfach vorbestraften und mehrfach rückfällig gewordenen Sexualstraftäter William W. erhebt. W. war Ende November 2018 in Olten nach seinem letzten Rückfall verhaftet worden. Betroffen sind offenbar nicht wie zuerst angenommen ein Opfer, sondern mehrere Kinder und Teenager.

Das sorgte schweizweit für Schlagzeilen. Nach diesem unfassbaren Rückfall hat der Kanton einen Untersuchungsbericht erstellen lassen, der besagt, die Behörden hätten nichts falsch gemacht. Bislang sind aber nur Teile des Berichts öffentlich – der Rest wird unter Verschluss gehalten. Auch mit dem Argument, man wolle das laufende Verfahren nicht beeinflussen. Dagegen wehrt sich mittlerweile SVP Kantonsrätin Stephanie Ritschard (Riedholz), welche den ganzen Bericht fordert.

Dieser wird aber – auch nach der Anklageerhebung – nicht veröffentlicht. Noch nicht, wie es auf Anfrage beim zuständigen Departementsekretär heisst. So schreibt Bernardo Albisetti vom Bau- und Justizdepartement, der Bericht würde «unter Berücksichtigung von datenschutzrechtlichen Aspekten» erst veröffentlicht, wenn ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Weiter informiert Albisetti, dass derzeit auf Empfehlung der kantonalen Datenschutzbeauftragten geprüft wird, inwieweit weiteren Teile des Berichts veröffentlicht werden können, «welche das hängige Verfahren nicht tangieren». Dabei sei auch William W. anzuhören. «Der Regierungsrat wird frühestens Ende Januar über die Empfehlungen der Beauftragten für Information und Datenschutz entscheiden können», so der Departementssekretär.

William W. war 1999 erstmals verurteilt worden. Nach seiner Freilassung wurde er 2006 in Starrkirch-Wil rückfällig und wieder verurteilt. Nach der erneuten Freilassung 2016 befand er sich in ambulanter Therapie und wurde per GPS-Fussfessel überwacht. So eröffnete er in Olten ein Restaurant, dort soll er kurz vor seiner Festnahme einem seiner Opfer in die Hosen gefasst haben.

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