Peter Gomm gibt ein gutes Zugpferd für den Wahlkampf der Solothurner SP ab. Als ehemaliger Präsident der Sozialdirektorenkonferenz ist er in Bundesbern zudem bereits bestens vernetzt, mit den nationalen Themen und Mechanismen der Bundespolitik vertraut und hätte damit sicher das Zeug, in Bern schnell zu den Schwergewichten in der SP-Fraktion zu zählen.

Allerdings: Können in der Solothurner SP auch alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten mit ernst zu nehmenden Ambitionen auf die Nachfolge der abtretenden Nationalrätin Bea Heim damit leben, dass ihnen der abgetretene Regierungsrat mit seiner Rückkehr auf die politische Bühne nun als Favorit vor der Sonne steht?

«Bei uns gibt es keine Schattengewächse», sagt Kantonalpräsidentin Franziska Roth bestimmt und zeigt sich «hoch erfreut» über den prominenten Zugang im Kandidatenfeld, um Zwietracht-Gerüchte im Keim zu ersticken. Peter Gomms Kandidatur sei kein Oltner Hüftschuss, sondern es hätten selbstverständlich Gespräche zwischen ihm, der Kantonalpartei und den anderen potenziellen Anwärtern auf Bea Heims Sitz stattgefunden. «Dabei habe ich nicht im Ansatz so etwas wie verbrannte Erde gerochen», so Roth.

Ein Duell zu dritt

Roth tritt selbst als potenzielle Favoritin erneut zur Wahl an, aber nicht auf der gleichen Liste wie Peter Gomm. Die SP wird wie vor vier Jahren wieder mit zwei regionalen Stammlisten und einer Seniorenliste antreten. Dazu kommen je eine eigene Liste der Juso und der Jungen SP Region Olten. Parteipräsidentin Franziska Roth landete vor vier Jahren nur mit knappem Rückstand auf den Bisherigen Philipp Hadorn auf dem zweiten Platz der West-Liste.

Wäre Bea Heim während der Legislatur zurückgetreten, wie sich das manche in der SP wünschten, wäre aber nicht Roth mit den meisten Stimmen nach den Bisherigen zum Handkuss gekommen, sondern Kantonsrat Urs Huber als Zweitplatzierter auf der Ost-Liste. Auch Huber will es noch einmal wissen.

Auch für ihn ist es wohl die letzte Chance, seine politische Karriere nach 26 (!) Jahren im Kantonsrat doch noch mit dem Sprung auf die nationale Bühne krönen zu können. Und nun mischt sich ein Dritter in das Duell ein. Peter Gomm tut es ohne schlechtes Gewissen. «Uns verbindet ein freundschaftliches Verhältnis», sagt Gomm über sich und Huber. «Wir hätten beide kein Problem damit, wenn der andere gewählt würde.»