Protest

Sparmassnahmen im Bildungsbereich: «Nicht mit uns!»

Lehrkräfte und Eltern haben gestern in der Solothurner Altstadt ein starkes Zeichen gesetzt: Über 1600 protestierten gegen die geplanten Sparmassnahmen in der Bildung.

Rund 21 Mio. Franken will der Regierungsrat im Zuge des Massnahmenpakets 2013 im Bildungsbereich einsparen (wir berichteten). «Nicht mit uns!», sagen nicht nur viele, sondern zeigen das auch. Über 1600 Lehrkräfte und Eltern folgten am Montagabend dem Protestaufruf des Verbandes Solothurner Lehrerinnen und Lehrer (LSO).

Vom Kreuzackerpark marschierten sie via Markplatz–Rathaus auf den Zeughausplatz. Ein lautstarkes Zeichen setzten die Protestierenden, als sie fast alle ihre roten Luftballone auf einmal knallen liessen. Auf dem Zeughausplatz wiederholten LSO-Präsidentin Dagmar Rössler und Adrian van der Floe, Präsident Verband Schulleiter/innen, ihre Argumente gegen das Sparpaket.

Unter den Eltern höchst umstritten sind vor allem die geplanten Lektionskürzungen in Werken, Deutsch und Musik.

1600 Leherer demonstrieren in Solothurn gegen Leistungsabbau

1600 Lehrer demonstrieren in Solothurn gegen Leistungsabbau

Anliegen vom Kantonsrat gehört

Zu Wort kam auch die Politik. Die Kantonsratsmitglieder Georg Nussbaumer (CVP, Hauenstein) und Karin Büttler (FDP, Laupersdorf) versicherten den Anwesenden, dass ihre Anliegen vom Kantonsrat gehört würden. Gespart werden müsse, «aber sicher nicht in erster Linie in der Bildung», so Nussbaumer.

Die Departemente hätten es sich gar einfach gemacht. Er sieht aber durchaus auch in der Bildung Sparpotenzial. So etwa in der Verwaltungsbürokratie – Stichworte Qualitätssicherung und Evaluationen – oder auch bei der Fachhochschule Nordwestschweiz, bei der interessanterweise überhaupt nichts eingespart werden soll.

Nussbaumer ist überzeugt, dass «die Sparsuppe letztlich nicht so heiss gegessen wird, wie sie angerichtet worden ist». Zeigen wird sich das ab heute in Nunningen. Der Kantonsrat entscheidet, ob er auf den regierungsrätlichen Massnahmenplan eintreten will. Vieles deutet darauf hin, dass die Regierung nachsitzen muss. (mz)

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