Die Analyse der Solothurner Handelskammer ist klar: Vieles deutet auf eine Abkühlung des Wirtschaftsumfelds hin. Was sich schon im Berichtsmonat November abgezeichnet hatte, akzentuierte sich im Dezember: Insbesondere die Auslandnachfrage ist «spürbar rückläufig». Gegenüber dem Vormonat resultierte ein nominaler Rückgang um 3,5 Prozent. Ein eigentlicher Einbruch war auf dem wichtigsten Absatzmarkt Europa zu verzeichnen. Hier beläuft sich das Minus auf satte 11,8 Prozent. Eine erwartbare Entwicklung insofern, als verschiedene Indikatoren wie zum Beispiel der Wechselkurs diese andeuteten. Kommt hinzu, dass die wachsenden globalen Handelskonflikte das Wachstum hemmen.

Sorgenkind Europa

Ein Ende ist vorläufig nicht abzusehen. Die Januarzahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung über die Warenausfuhren aus dem Kanton Solothurn zeigen gegenüber dem Vormonat ein Minus von 0,4 Prozent. Dieses kontrastiert auffällig mit dem Plus von 3,9 Prozent, das gesamtschweizerisch zu registrieren war. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Solothurner Exportentwicklung im vergangenen Jahr mit einem Anstieg von 10 Prozent «äusserst dynamisch» war, wie die Handelskammer festhält.

Zudem sind die beiden wichtigsten Exportbranchen im Kanton – die Präzisions- und Maschinenindustrie – weiterhin gut im Strumpf. Legten die Ausfuhren im Januar bei ersterer um 5,5 Prozent zu, betrug es bei letzterer immer noch 4,5 Prozent. Und auch die Nachfrage aus den Überseemärkten ist weiterhin erfreulich: So stiegen die Absätze nach Nordamerika um 13,7, jene nach Asien sogar um 14,8 Prozent. Das Sorgenkind ist demnach Europa: Die Ausfuhren ging im Januar gegenüber dem Vormonat um nicht weniger als 7,3 Prozent zurück.

Steigende Absätze

Zurück zu den Dezember-Zahlen: Auch wenn sich das konjunkturelle Umfeld etwas weniger verheissungsvoll präsentiert als über weite Strecken des Jahres, konnten im verarbeitenden Gewerbe beispielsweise positive Signale wahrgenommen werden. Und auch die KOF-Industrieumfrage im Kanton Solothurn weist erfreulicherweise auf weiterhin steigende Absätze hin. Verhalten zeigt sich die Situation hingegen in der Bauwirtschaft: So ging die Zahl der Bauvorhaben für das vierte Quartal 2018 gegenüber der Vorjahresperiode deutlich zurück. Derweil sind die Signale im Dienstleistungssektor unterschiedlich: Der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister liegt bei 54,4 Indexpunkten und damit immer noch leicht in der Wachstumszone. Eine Abschwächung zeigt sich gemäss Handelskammer hingegen im Detailhandel.

Zuversichtlich schliesslich stimmt die Binnennachfrage: Der Solothurner Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin in «ausgezeichneter Verfassung». Im Berichtsmonat Dezember 2018 lag die Arbeitslosenquote im Kanton bei 2,1 Prozent. Gegenüber der Vorjahresperiode ging die Zahl der Arbeitslosen demnach um gut 25 Prozent zurück. Im Zuge der Verbesserungen am Arbeitsmarkt hat sich auch die Konsumentenstimmung leicht verbessert.