Coronakrise 
Solothurner Spitäler erwarten Einbussen im zweistelligen Millionenbereich

Noch sind die Auswirkungen der Coronakrise auf die Solothurner Spitäler AG (soH) nicht im Detail abzusehen. CEO Martin Häusermann spricht aber von Einbussen und Mehraufwänden im Umfang eines zweistelligen Millionenbetrags.

Balz Bruder
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Das Coronavirus hat grossen finanziellen Einfluss auf die Spitäler (im Bild: Bürgerspital Solothurn).

Das Coronavirus hat grossen finanziellen Einfluss auf die Spitäler (im Bild: Bürgerspital Solothurn).

Hanspeter Bärtschi

Wie geht es der Solothurner Spitäler AG (soH) wirtschaftlich? Wie schlägt die Coronakrise auf die Zahlen durch? «Es ist zu früh zu sagen, wie sich die Auswirkungen in den Büchern niederschlagen werden», führt CEO Martin Häusermann aus. Im Rahmen einer vorläufigen Risikoabschätzung sei aber mit Umsatzeinbussen und Mehrkosten zu rechnen, die sich im zweistelligen Millionenbereich in der Erfolgsrechnung niederschlagen werden. Zur Erinnerung: Die soH schrieb schon im Jahr 2018 leicht rote Zahlen.

Dass die öffentliche Hand, die das Herunterfahren auch des Spitalbetriebs angeordnet hat, in einer Form sich auch an der Behebung der ökonomischen Schäden zu beteiligen haben wird, steht allgemein ausser Frage – auch für die soH. Häusermann wünscht sich, dass es schweizweit eine einheitliche Lösung geben wird. Und keinen föderalistischen Flickenteppich ohne Transparenz und Nachvollziehbarkeit über die tatsächlichen Folgen der Coronakrise und deren Abwicklung.

Laut Häusermann ist die soH mit dem Innendepartement von Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner im Gespräch über die Frage der Schadensfinanzierung. Und was ist mit den Versicherern? Häusermann äussert sich vorsichtig, sagt aber doch: «Es ist ein Fakt, dass die Krankenversicherer derzeit bei gleichem Prämienaufkommen massiv weniger Leistungen zu finanzieren haben.» So wie der Kanton, der die «grössere Hälfte» der stationären Spitalbehandlungen finanziert.

Eine leichte ökonomische Entspannung wird sich nach den jüngsten Entscheiden des Bundesrats einstellen, der eine etappenweise Lockerung des Verbots von Wahleingriffen – also Behandlung ohne unmittelbare medizinische Dringlichkeit – beschlossen hat. CEO Häusermann begrüsst die sukzessive Normalisierung, erinnert aber daran, dass es nicht mehr als zwei Etappen geben sollte. Dies mit Rücksicht auf den Planungsvorlauf sowohl für Patientinnen und Patienten ebenso wie für Mitarbeitende. Ganz abgesehen davon, dass auch die soH parat sein müsse, wenn die Zahl der Neuansteckung wieder steigen sollte und neuerlich Covid-Patienten hospitalisiert werden müssten. Ein Szenario, das noch immer nicht auszuschliessen ist.

Und wie sieht es mit der Möglichkeit von Kurzarbeit aus? Häusermann wagt sich bei diesem Thema nicht auf die Äste hinaus. «Wir sind mit dem Departement des Innern im Gespräch», sagt er. Wohlwissend, dass es schwierige juristische Fragen über die Kurzarbeit in staatseigenen Betrieben zu beantworten gibt. So viel ist aber klar: Minusstunden aufbauen, die später abgerufen werden können – das gibt es bei der soH im Gegensatz zu ausserkantonalen Spitälern nicht.

Übrigens: Noch ist es ein Geheimnis, wie die soH im Jahr 2019 abgeschlossen hat. Die Generalversammlung der Aktiengesellschaft, die sich zu 100 Prozent im Eigentum des Kantons befindet, wurde aus aktuellem Anlass vom 28. April auf den 9. Juni verschoben. Zuvor gibt die soH keine Zahlen bekannt und bittet das geneigte Publikum noch um etwas Geduld.