Die Lage auf dem Solothurner Arbeitsmarkt hat sich nach dem Euroschock im Januar 2015 merklich verschlechtert. Die wechselkursbedingten Nachteile setzen der hiesigen Exportindustrie zu.

Es kam und kommt zu weiteren Streichungen von Arbeitsplätzen, die Zahl der Stellensuchenden und der Arbeitslosen steigt an. Im Kanton nahm die Arbeitslosigkeit innert Jahresfrist um über 20 Prozent zu.

Sechs zusätzliche Personalberater

Darauf müssen auch die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) reagieren – sie stocken den Personalbestand auf. «Wir haben seit dem Währungsschock im Januar 2015 sechs zusätzliche Personalberater eingestellt», erklärt auf Anfrage Jonas Motschi, Chef des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Aktuell seien in den beiden RAV in Solothurn und in Olten 53 Personalberater tätig, die sich rund 47 Vollzeitstellen teilen. Dies entspreche einem mittleren Bestand.

Ein weiterer Ausbau sei derzeit nicht geplant. «Wir gehen im laufenden Jahr von einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes auf dem aktuellen Niveau aus», so Motschi. Die Entschädigung des Beratungsaufwandes bei den RAV durch die Arbeitslosenversicherung richte sich nach der Zahl der Stellensuchenden.

Intern strebe man an, dass im Durchschnitt ein Personalberater 110 bis 130 Dossiers bearbeite. Und diese Zielquote sei aktuell ungefähr erreicht. Hinzu komme, dass die Suche nach qualifizierten Personal-Fachkräften schwierig sei. Es gelte, die selbst festgelegte hohe Beratungsqualität zu erhalten. «Die Anforderungen an Personalberater auf einem RAV sind sehr hoch.»

Befristete Anstellungen

Da letztlich die Konjunkturentwicklung und insbesondere die Entwicklung der Zahl der Stellensuchenden massgebend für den Personalbestand sei, werden alle neuen Personalberater zuerst befristet auf zwei Jahre angestellt, mit der Möglichkeit einer zweijährigen Verlängerung, so Motschi.

Danach werde aufgrund der aktuellen Lage entschieden, ob die Mitarbeitenden in eine feste Anstellung wechseln könnten. «Dieses Sicherheitsventil müssen wir haben.» In der Praxis komme es aber kaum vor, dass befristet beschäftigte Mitarbeitende nach vier Jahren keine Festanstellung erhielten. Dies sei dank der natürlichen Fluktuation möglich.