Fahrplanwechsel 2020

So ändert sich der Fahrplan für Solothurner Reisende

Der TGV fährt mit dem Fahrplanwechsel nicht mehr über Olten. (Archiv)

Der TGV fährt mit dem Fahrplanwechsel nicht mehr über Olten. (Archiv)

Auf den 15. Dezember 2019 ändert sich der Fahrplan im Solothurner Schienen- und Busnetz. Zum einen gibt es von Olten keinen direkten Zug mehr nach Paris. Einige Verbindungen werden aber auch verbessert.

Vorbei ist die Zeit, in der man einmal täglich in Olten in den TGV einsteigen und direkt nach Paris fahren konnte. Mit dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2019 entfällt die direkte Verbindung TGV Bern–Basel–Paris – laut SBB aufgrund der Arbeiten auf dem SBB-Netz. Die Anbindung der SBB-Züge Bern-Basel an sechs tägliche Paris-Verbindungen ab Basel soll aber gewährleistet sein. Die Fahrt verlängert sich dadurch um 30 Minuten. 

Auf die Bitte des Kantons Solothurn, eine Anpassung des Fahrplans auf französischer Seite zu suchen, damit die Anschlussverhältnisse im Bahnhof Basel von/nach Olten – Bern besser werden, gingen die SBB nicht ein. Das Problem wird aber an einem runden Tisch mit SBB, TGV und den betroffenen Kantonen besprochen. «Die Kantone machen Druck, dass der Anschluss in Basel besser wird», sagt Daniel Schwarz, Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr im Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT). Es habe aber keine kurzfristige Lösung gegeben.  

Möglich wäre laut SBB eine Wiedereinführung der direkten Verbindung Bern-Paris, wenn die Sanierung der Bahnlinie Basel-Olten mitsamt Ausbau der Strecke bei Liestal auf vier Spuren abgeschlossen ist – und das könnte etwa 2025 der Fall sein. Doch das steht noch in den Sternen.

Weiter bestehen bleibt die Grenchner Verbindung über Belfort an die TGV-Linie. 

Verfahren ernst nehmen

Das Amt für Verkehr und Tiefbau ist neben dem TGV-Anschluss mit vier weiteren Änderungswünschen zum Fahrplanentwurf 2020 der Fernverkehrslinien an den SBB Fernverkehr herangetreten. Doch keiner wird umgesetzt. Das überrascht beim AVT nicht. «Vielfach sind es Ausbauwünsche, die effektiv nicht machbar sind», sagt Alexandre Keller, Stv. Abteilungsleiter Öffentlicher Verkehr. Die Züge würden sich in einem Korsett befinden. Der Kanton sieht es aber als wichtig an, die Anliegen zum Fernverkehr weiterzuleiten, «denn wir wollen das Verfahren auch ernst nehmen», so Keller. Dazu gehört, dass die Antworten zu allen Eingaben auch publiziert werden.

Bei den Bussen und im Regionalverkehr kann das AVT selbst Stellung zu den Eingaben von Gemeinden, Schulen, Firmen, Interessensgemeinschaften oder Privatpersonen beziehen. Mit 95 im 2019 bewegen sich diese Anträge im normalen Rahmen. In einigen der Eingaben ging es lediglich um Ungereimtheiten im Fahrplan. Das sei eigentlich auch die Idee des Fahrplanverfahrens, meint der Projektleiter Öffentlicher Verkehr. Nuglar-St.Pantaleon teilte beispielsweise mit, dass gemeldete Fahrplanmissstände trotzdem nicht im Entwurf drin sind. Das wurde korrigiert. In ein bis zwei Fällen wurden Betriebsfahrten in den Fahrplan aufgenommen. So können die Passagiere von einem zusätzlichen Kurs profitieren.

Es gibt auch Gemeinden, die nur melden, dass sie einverstanden sind. Bei anderen Einträgen kündigt das AVT an, das Anliegen ein Jahr später umzusetzen, denn meistens braucht es einen grösseren Zeitraum als nur wenige Monate für Umsetzungen. «Die wichtigsten Änderungen fussen aber nicht auf Eingaben», erklärt Keller. Das ist mehr im Rahmen einer Angebotsverbesserung in einer Region der Fall – wie dieses Jahr im Raum Solothurn. Gegenwärtig wird die Erarbeitung des Buskonzepts Niederamt in Angriff genommen, welches auf den Fahrplan 2022 mit der öV-Drehscheibe Schönenwerd umgesetzt werden soll. 

Bereits auf den 15. Dezember umgesetzt werden eine Angebotsverbesserung auf den BSU-Linien und ein Ausbau der Linie 111 im Schwarzbubenland (Laufen-Liestal) durch den Tag und am Abend. Es werden neu auch Gelenkbusse im Einsatz stehen. Zudem werden im Netz der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) nach einer ersten Evaluation seit der Umsetzung des Buskonzepts Olten-Gösgen-Gäu vor einem Jahr Verbesserungen vorgenommen.

Änderungen im SBB-Netz

Der Fahrplanwechsel bringt auch Verbesserungen im Bahn-Netz: 

Die S23 Langenthal–Olten wird unter der Woche zwischen 6 und 20 Uhr zum durchgehenden Halbstundentakt ausgebaut. 

Die S29 – bisher Turgi-Aarau – fährt mit dem neuen Fahrplan ab Aarau stündlich nonstop nach Olten. Dort wird sie mit der S8 Olten-Sursee verknüpft und fährt direkt weiter. 

Angepasst wird auch der Fahrplan des «Läufelfingerli», das zwischen Sissach und Olten verkehrt.

  • Die S9 erfährt um 14.00 Uhr einen Taktwechsel (Sissach ab xx.05 statt xx.31; Olten ab xx.37 statt xx.02).
  • Zwischen 13.02 und 14.37 Uhr entsteht eine Taktlücke Olten–Sissach.
  • Die letzten Verbindungen ab Sissach und Olten verkehren früher als bisher: Sissach ab 23.05 (statt 23.35), Olten ab 22.37 (statt 23.03) Uhr.

Mehr Platz gibt es es in zwei Regionalzügen: Die Verbindungen R 7810 (Olten ab 7.35) und R 7829 (Biel/Bienne ab 16.21) fahren neu mit doppelt so vielen Sitzplätzen wie bisher.

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