Orkantief im Kanton

«Sabine» wütete im Solothurnischen schlimmer als «Petra», aber weniger schlimm als «Burglind»

Alles in allem verlief der Sturm Sabine im Kanton Solothurn glimpflich. (Symbolbild)

Alles in allem verlief der Sturm Sabine im Kanton Solothurn glimpflich. (Symbolbild)

Das Fazit zum Sturm Sabine im Kanton Solothurn: Rund 80 Meldungen bei der Polizei, bis jetzt über 300 beschädigte Gebäude, die der Gebäudeversicherung gemeldet wurden, eine geschätzte Schadenssumme von bis zu 1,5 Millionen Franken, keine verletzten Personen. Alles in allem sei der Sturm im Kanton Solothurn glimpflich verlaufen.

Zwei Tage lang blies gehörig der Wind durch den Kanton Solothurn. An verschiedenen Messstationen wurden gleich mehrmals Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h gemessen. Alles in allem verlief der Sturm Sabine im Kanton allerdings glimpflich. Dies geht sowohl aus der Bilanz der Kantonspolizei als auch aus derjenigen der Solothurner Gebäudeversicherung hervor.

Polizei: 80 Meldungen, keine Verletzten

Insgesamt 80 Meldungen gingen bei der Solothurner Kantonspolizei in Zusammenhang mit dem Sturm ein. Die meisten davon stammten noch vom Montag, so musste die Passwangstrasse vorübergehend geschlossen werden, in Dulliken fiel zudem ein Baum auf ein fahrendes Auto. In der Nacht auf Dienstag gingen noch eine Handvoll Meldungen bei der Polizei ein. Auf der Autobahn zwischen Luterbach und Kriegstetten fuhr ein Lastwagen in einen umgefallenen Baum. Ansonsten handelte es sich bei den Meldungen um ein beschädigtes Dach und weitere umgestürzte Bäume. Weder seien Meldungen über «grössere» Ereignisse, noch über verletzte Personen eingegangen. «Zumindest im Kanton Solothurn darf von einem glimpflichen Verlauf dieses Sturmtiefs gesprochen werden», bilanzierte die Polizei.

Bei der Solothurner Gebäudeversicherung (SGV) gingen bis Dienstagabend rund 320 Schadensmeldungen ein. Das entspricht einer Schadensumme von rund 500'000 Franken. Heinrich Würgler, Leiter Versicherung, Schätzungspräsident und Schadenexperte bei der Gebäudeversicherung, geht allerdings davon aus, dass noch weitere Schäden gemeldet werden, abschliessend dürften zwischen 1000 und 1500 Schäden an Häusern verursacht worden sein, schätzt der Experte. Die Schadenssumme dürfte sich damit noch auf bis zu 1,5 Millionen Franken erhöhen.

Drei Stürme in kurzer Zeit: «In 25 Jahren nie erlebt»

Damit würde Sabine deutliche schlimmer ausfallen als die Stürme Petra oder Lolita aus den vergangenen Wochen, aber gleichzeitig nicht annähernd so schlimm wie etwa Burglind aus dem Januar 2018. Bei Petra wie auch Lolita wurden jeweils rund 300 Schäden im Kanton gemeldet, die Schadensummen beliefen sich je auf rund eine halbe Million Franken. Bei Burglind wurden über 3000 Schäden gemeldet, mit einer Schadensumme von über zehn Millionen Franken.

Alles in allem haben sich die Schäden von Sabine aber im Rahmen gehalten, so Heinrich Würgler: «Mir sind keine ganz grossen Sachen bekannt.» So seien zum Beispiel keine ganzen Dächer abgedeckt worden. Gleichzeitig betont der Experte aber auch: «Dass Ereignisse von solcher Heftigkeit in so kurzer Zeit nacheinander auftreten, das habe ich in 25 Jahren so nicht erlebt.»

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