Rechtsstreit
Beschwerden sind immer noch hängig: Der Weissensteintunnel kann frühstens ab 2024 saniert werden

Der Rechtsstreit um die Vergabe der Sanierungsarbeiten am Weissensteintunnel dauert an. Aktuell kann der Betrieb mit Notmassnahmen aufrechterhalten werden.

Online-Redaktion
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Der Weissensteintunnel ist dringend sanierungsbedürftig. Hier der Bahnhof Gänsbrunnen. (Archivbild)

Der Weissensteintunnel ist dringend sanierungsbedürftig. Hier der Bahnhof Gänsbrunnen. (Archivbild)

Bruno Kissling

Eigentlich hätte in diesen Tagen gegen Ende März der Bahnverkehr im Weissensteintunnel eingestellt und mit den dringlichen Sanierungsarbeiten begonnen werden sollen. Doch wie die BLS am 30. März verkündete, könne diese Frist nicht eingehalten werden. Am Bundesgericht seien immer noch Beschwerden gegen den Entscheid über die Vergabe der Sanierungsarbeiten hängig.

«Damit ist klar, dass die Tunnelsanierung frühestens 2024 beginnen kann», so die BLS in einer Medienmitteilung. Während den Arbeiten wird der Tunnel während rund 1,5 Jahren gesperrt und ein Bahnersatzverkehr organisiert.

Der nun schon mehrfachen Verschiebungen der Sanierungsarbeiten am Tunnel, der sich bereits 2020 laut der BLS als in einem «kritischen Zustand» befunden habe, liegt ein Rechtsstreit zwischen der BLS, der Firma Implenia Schweiz AG und einem Konsortium aus der österreichischen Porr-Gruppe und der Aargauer Firma Fretus zugrunde.

Die BLS erteilte den Zuschlag für die Sanierungsarbeiten am Tunnel für 66 Millionen Franken an den Zürcher Baukonzern Implenia. Dagegen legten die Zweitplatzierten, der österreichische Baukonzerns Porr in Zusammenarbeit mit der Aargauer Tunnelspezialistin Fretus, Beschwerde ein. Denn laut Vorgabe durften nur 35 Prozent der Arbeiten durch Subunternehmer ausgeführt werden. Bei den offerierten Leistungen von Implenia würden aber 35,69 Prozent durch Subunternehmen geleistet werden.

Das Bundesverwaltungsgericht hob aufgrund dieses Rechenfehlers die Vergabe auf und erteilte den Auftrag an die Beschwerdeführer Porr und Fretus. Doch auch gegen diesen Entscheid gingen Beschwerden ein. Somit verzögern sich die Sanierungsarbeiten, welche ursprünglich auf Sommer 2020 geplant waren, noch weiter.

Aktuell könne der Tunnelbetrieb durch Notmassnahmen gewährleistet werden. «Um den Bahnbetrieb im Tunnel bis zum Start der Bauarbeiten sicher weiterbetreiben zu können, führt die BLS halbjährliche Inspektionen durch und setzt darauf aufbauend die nötigen Unterhalts- und Sicherungsmassnahmen um», lässt die BLS verlauten.

Die BLS teilte ebenfalls mit, dass sich durch den verspäteten Baustart auch die Sanierungsarbeiten zwischen Solothurn und Moutier und die Anpassung von sechs Bahnhöfen entlang dieser Strecke an die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetz verzögert.

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