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Raubtiere dulden?
Der Wolf geht um im Guldental: Solothurner Schafzüchter uneinig über den richtigen Umgang

Im Solothurner Jura ist ein Wolf unterwegs und in Hauenstein hat ein Luchs Schafe gerissen. Unter Schafzüchtern in der Region ist man sich nicht einig, ob man die Raubtiere dulden soll oder ob sie bei uns nichts verloren haben.

Tele M1, Christoph Krummenacher
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Ein Wolf im Solothurner Jura: Am Montag bestätigte der Kanton, dass in Mümliswil-Ramiswil ein Tier gesichtet worden ist. Mit einer SMS warnte das Amt für Wald, Jagd und Fischerei darauf alle Schafhalter in der Gegend. Der Wolf bewegte sich in Richtung Schelten, bei der Gast- und Landwirtschaft Guldental.

In den Gemeinden Wisen und Hauenstein-Ifenthal wurden zudem gerissene Schafe aufgefunden. Allerdings sind diese Opfer des Luchses geworden, wie sich herausstellte.

Bei den Schafzüchtern in der Region gibt der Wolf – aber auch der Luchs – viel zu diskutieren. Etwa Roland Zweifel, der im Guldental den Archehof betreibt. Zusammen mit seiner Frau züchtet er seltene Tierrassen.

Ein Wolf treibt sich im Kanton Solothurn rum. Hier ein eingesperrter Wolf im Zoo Zürich.

Ein Wolf treibt sich im Kanton Solothurn rum. Hier ein eingesperrter Wolf im Zoo Zürich.

Alexandra Wey/Keystone

Auf seiner Weide grasen zahlreiche Schafe. Vor dem Wolf fürchtet er sich trotzdem nicht, wie er gegenüber Tele M1 sagt.

«Der kann hier nicht viel anrichten. Und zudem haben wir hier auch noch diverse Luchse. Ein Wolf hier in der Gegend hat seine völlige Berechtigung.»

Die letzte Wolf-Sichtung im vergangenen Jahr:

Isidor Nussbaumer, Schafhalter aus Hauenstein, steht den Raubtieren im Mittelland etwas kritischer gegenüber als Roland Zweifel. Eines seiner Schafe wurde von einem Luchs gerissen. Für Nussbaumer ist es völlig unverständlich, dass das Schweizer Stimmvolk vor zwei Jahren gegen die Lockerungen des Wolfsschutzes stimmte. Er ist überzeugt:

«Ich habe schon oftmals gesagt, dass man den Wolf halt mal in die Städte reinlassen und schauen sollte, was passiert. Dann würde die Sache wohl etwas anders aussehen.»

Das kann Roland Zweifel wiederum nicht verstehen. Raubtiere seien nicht die grösste Gefahr für die Nutztiere. Etwa fünf Prozent der Schafe würden durch Blitzschläge, Steinschlag oder Abstürze sterben. Der Anteil der durch den Wolf gerissenen Schafe sei minimal. Zweifel sieht deshalb kein Problem mit dem Wolf im Solothurner Jura.