Premiere

Privatbank profitiert nach einem Exodus

Regiobank Solothurn hat bei Bonhôte angeheuert.

Regiobank Solothurn hat bei Bonhôte angeheuert.

Ex-Private-Banking-Team der Regiobank Solothurn hat bei Bonhôte angeheuert.

Der Knall war laut und hallte publizistisch bis an den Zürcher Paradeplatz. Mitte November war es, als bekannt wurde, dass das gesamte Private-Banking-Team der Regiobank Solothurn das Haus verlässt. Dies, nachdem eine Reorganisation zu personellen Verwerfungen geführt hatte, die im Exodus der gesamten Equipe gipfelten.

Schon damals machten Gerüchte die Runde, die Regiobank-Truppe könnte von der Konkurrenz in corpore abgeworben worden sein. Danach legte sich weihnachtliche Ruhe über das Thema. Und nun ist klar: Das Team um den früheren Private-Banking-Leiter der Regiobank, Renato Schmitz, wechselt au grand complet zur Neuenburger Privatbank Bonhôte, die in Solothurn neu ihre Zelte aufschlagen wird.
Damit wird das Vermögensverwaltungsgeschäft in der Ambassadorenstadt gehörig aufgemischt.

In der Tat ist Bonhôte die erste Privatbank, die den Schritt nach Solothurn macht. Wobei Philippe Borner, stellvertretender Direktor von Bonhôte unumwunden einräumt: «Ohne den Abgang des Private-Banking-Teams bei der Regiobank hätten wir keine Niederlassung eröffnet. Aktiv abgeworben habe Bonhôte die Vermögensverwalter der Regiobank Solothurn allerdings nicht. So aber sei die Entwicklung sinnvoll – vor allem, weil ein eingespieltes Team zur Verfügung stehe, das den Markt vor Ort bestens kenne. Zudem ist Borner überzeugt: «Es hat Platz für eine Privatbank in Solothurn.»

Tatsächlich ist der Bankenplatz Solothurn sehr übersichtlich. Neben den «Grossen» – CS und UBS – teilen sich die Baloise Bank SoBa, die Regiobank, Raiffeisen, Cler, Valiant und die Berner Kantonalbank den Kuchen auf. Ganz anders in Olten: Da mischen bereits die Bank Vontobel und die Banquiers Baumann & Cie mit. Was sich Borner unter anderem damit erklärt, dass der Einfluss von Basel und Zürich im unteren Kantonsteil ausgeprägter ist als im oberen. Das ändere allerdings nichts daran, dass Solothurn ein spannendes Pflaster sei.

Geleitet wird die neue Filiale, die am 3. Februar im Touring-Haus an der Bielstrasse in einem Provisorium eröffnet wird, vom langjährigen Vermögensverwaltungsprofi Renato Schmitz. Jener Schmitz, der sich nach der Installation eines neuen Abteilungsleiters bei der Regiobank und nachfolgenden Irritationen samt Team verabschiedete. Unterstützt wird er von Sascha Meier, dem designierten Nachfolger von Schmitz. Weiter gehören der Mannschaft Alois Moser und Sandro Otter an. Assistiert werden sie von Daniela Heger und Renate Moos.

Die in Neuenburg, Bern, Biel, Genf und Lausanne tätige Bank sieht dem Schritt nach Solothurn denn auch zuversichtlich entgegen: «Mit der Eröffnung dieser neuen Niederlassung kommen wir unseren Kunden in der Region Solothurn einen Schritt näher», sagt Yves de Montmollin, CEO von Bonhôte. Die langjährige Erfahrung des Niederlassungsleiters sowie seines Teams ebenso wie die umfassenden Kenntnisse über die regionalen Märkte seien «ein grosser Gewinn», betont de Montmollin.

Übrigens: Die Banque Bonhôte & Cie SA, wie sie richtig heisst, wurde 1815 in Neuenburg von Louis Petitmaître gegründet. 1992 übernahm der heutige Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär Jean Berthoud mit ihm nahestehenden Personen durch ein Management-Buy-out das gesamte Kapital und gab dem Finanzinstitut seinen ursprünglichen Charakter als Privatbank zurück. Es ist nun erstmals entlang dem Jurasüdfuss von Genf bis nach Solothurn tätig.

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