Fachhochschule

Praxisbezug der PH steht auf dem Prüfstand

Die Pädagogische Hochschule in Solothurn (Archiv)

Die Pädagogische Hochschule in Solothurn (Archiv)

Rudolf Hafner (GLP, Dornach) kritisiert den fehlenden Praxisbezug in der Pädagogischen Hochschule. Die Probleme seien erkannt – geben sich die Fraktionen im Kantonsrat zuversichtlich.

Der Koloss Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit über 10 000 Studierenden, der mittels Staatsvertrag von den vier Kantonen Solothurn, Aargau, Baselland und Basel-Stadt getragen wird, sorgt immer wieder mal für Bauchweh. Zuletzt bei Kantonsrat Rudolf Hafner (GLP, Dornach), der in einer Interpellation verschiedene Probleme und Schwachstellen zur Diskussion stellt. Sein Unbehagen betrifft die parlamentarischen Einflussmöglichkeiten und zudem vermisst er vor allem in der Pädagogischen Hochschule – aber auch in den anderen Teilschulen – die Orientierung an der Praxis. 

Bedenken, die im Kantonsrat durchaus auf Verständnis stiessen. Dem Fazit von Felix Lang (Grüne, Lostorf), der «zuversichtlich» in die Zukunft der Fachhochschule blickt, konnten sich – im Einklang mit der Regierung – aber dennoch die meisten Fraktionssprecher anschliessen. Nicht ganz so zuversichtlich ist der Interpellant selber, vor allem was die Praxisorientierung betrifft. Hafner kritisierte eine «Elfenbeinturm-Mentalität» – und zwar nicht nur bei den Dozierenden der Pädagogischen Hochschule. Gerade hier aber sei der Praxisbezug von besonderer Bedeutung, um die Lehrerstudierenden auf ihre anspruchsvolle Aufgabe vorzubereiten. Hafner zitierte einen deutschen Jugendpsychiater, der festgestellt haben will, dass die Hälfte der Schulabgänger Schwierigkeiten damit bekundet, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden.

Grünen-Sprecher Felix Lang betonte mit Blick auf die demokratischen Einflussmöglichkeiten, dass sich die Partizipation im Rahmen der Interparlamentarischen Kommission (IPK) deutlich verbessert habe. «Wichtig ist, dass die IPK ihrer Verantwortung jetzt auch wirklich nachkommt.» Was die Pädagogische Hochschule betrifft, verwies Lang auf den Schlussbericht einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe und die daraus abgeleiteten konkreten Massnahmen.

Eingeschränkte Autonomie

Die IPK habe sich positiv entwickelt, stellte auch Hubert Bläsi (FDP, Grenchen) fest. Und auch er ist zuversichtlich, dass sich die PH aufgrund des erarbeiteten Massnahmenkatalogs auf einem guten Weg befindet. «Die Problematik des fehlenden Praxisbezugs hat der Fachhochschulrat erkannt», unterstrich Urs von Lerber (Luterbach). Die aktuellen Steuerungsmöglichkeiten der gesamten FHNW erachtete er als «genügend». Vonseiten der SVP betonte Rolf Sommer (Olten), dass die IPK mittlerweile über einige Einflussmöglichkeiten verfüge. Das kritischste Votum kam gestern von Tamara Mühlemann (CVP, Zuchwil), der Sprecherin der Mittefraktion. Sie bedauerte die «eingeschränkte Autonomie der Kantone». Und: «Der Praxisbezug der PH genügt nicht.»

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