Tag 2: Sturmtief im Kanton

Polizei zieht Bilanz ++ Unfall auf der A1 ++ 10 neue Meldungen über Nacht

Vier Solothurner Schulen bleiben wegen "Sabine" geschlossen

Vier Solothurner Schulen bleiben wegen "Sabine" geschlossen

Im Kanton Solothurn fiel der Unterricht auf Grund der Orkanwinde an vier Schulen aus. Der Schulweg am Montag wäre für die Kinder zu gefährlich gewesen.

Zwei Tage lang wütete «Sabine» auch im Kanton Solothurn. Doch der Sturm verlief glücklicherweise glimpflicher als erwartet.

Dienstag, 11.2.

  • 10.00 Uhr: Die Kantonspolizei zieht Bilanz: Zwischen Sonntagabend, 9. Februar und Dienstagmorgen, 11. Februar seien bei der Polizei im Zusammenhang mit dem Sturm insgesamt rund 80 Meldungen eingegangen, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Gegenstände auf Fahrbahnen und vereinzelt Schäden an Hausdächern. Meldungen über grössere Ereignisse oder verletzte Personen seien nicht eingegangen. Seit Sonntagabend seien nebst der Polizei insgesamt 33 Orts- und Regionalfeuerwehren, die Firma NSNW (Nationalstrassen Nordwestschweiz), diverse Forstunternehmen, Stadt- und Gemeindearbeiter etc. im Einsatz gestanden. Zumindest im Kanton Solothurn dürfe von einem glimpflichen Verlauf dieses Sturmtiefs gesprochen werden. (mgt/gue)
  • 8.20 Uhr: Auf der A1, zwischen der Verzweigung Luterbach und Kriegstetten herrscht stockender Verkehr wegen eines Unfalls. Laut Angaben der Kantonspolizei handelt es sich um eine Auffahrkollision und hat keinen Zusammenhang mit dem Sturm. Seit der letzten Meldung seien bei der Polizei keine weiteren eingegangen. Da der Sturm langsam aber sicher vorbeigezogen ist, rechne man auch nicht mehr mit mehr Meldungen. (gue)
  • 6.15 Uhr: Zwischen Montagabend und Dienstagmorgen sind bei der Kantonspolizei rund 10 Meldungen wegen des Sturms eingegangen. Mit der Ausnahme eines beschädigten Daches habe es sich um umgestürzte Bäume gehandelt, teilt die Polizei auf Ihrer Facebookseite mit. Gegen 1.30 Uhr sei ein Lastwagen auf der A1, zwischen der Verzweigung Luterbach und Kriegstetten, mit einem umgefallenen Baum kollidiert. Verletzt habe es keine gegeben. Der Baum konnte wieder von der Fahrbahn entfernt werden. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Wetterlage wieder normalisieren wird, rät aber weiterhin vom Aufenthalt im Wald ab. (gue)

Montag, 10.2.

  • 17.20 Uhr: Die Bilanz am Montagabend: Insgesamt 60 Schadensmeldungen gingen bei der Solothurner Kantonspolizei ein, Vorfälle mit Verletzten sind bis jetzt keine bekannt. «Sabine» verschonte den Kanton Solothurn weitestgehend. Unseren Artikel mit einem ersten Fazit zum Montag finden Sie hier. Für die Nacht auf Dienstag bis etwa Dienstagmittag hat SRF Meteo aber bereits wieder Sturmwarnungen herausgegeben. Auch im Kanton Solothurn drohen nochmals Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h. Die Polizei empfiehlt Fussgängern, zu Hause zu bleiben, und ganz sicher nicht in den Wald oder Ufernähe zu gehen. Autofahreren empfiehlt sie, wenn möglich den öV zu benutzen, und ansonsten mit besonderer Vorsicht zu fahren. (rka)

  • 16.20 Uhr: Aufgrund von Unwetterschäden ist die Bipperlisi-Strecke Solothurn-Oensingen-Langenthal beeinträchtigt, wie dem SBB-Newsticker zu entnehmen ist. Zwischen Langenthal und Bannwil fallen die Züge aus, auf dieser Strecke fahren Bahnersatzbusse. Die Dauer der Störung ist noch unbekannt. 17.10 Uhr: Die Störung ist behoben. (rka)

  • 15.00 Uhr: Bergbahnen ausser Betrieb. Sowohl die Gondelbahn auf den Weissenstein als auch die Luftseilbahn auf die Wasserfallen ob Mümliswil sind heute wegen dem starken Wind den ganzen Tag geschlossen. (rka)

  • 12.10 Uhr: Ruhe am Flughafen Grenchen. Fliegen dürfte man grundsätzlich zwar, der Flughafen hat offen, aufgrund des Sturms und der schlechten Sichtverhältnisse bleiben momentan aber die Flugzeuge am Boden. Bei der Flughafenleitung sieht mans gelassen: «Wir sind in der schönen Lage, dass bei uns die Fliegerei kein Muss ist. Wer will, kann fliegen, sinnvoll ist es im Moment aber nicht», sagt Ernest Oggier, Direktor des Flughafens. Gefährlich sei es zwar im Moment nicht, meint er, aber «wer fliegt, den schüttelt es gehörig durch». Darum bleiben Private am Boden und Flugschüler büffeln Theorie. Ein bis zwei Mal pro Jahr würde es vorkommen, dass aufgrund von Wind und Wetter die Flugzeuge am Boden bleiben. «Das Leben findet auch mit dem Wetter statt», findet Oggier, «und wenn es nicht so ist, wie wir uns das wünschen, muss der Mensch sich halt anpassen.» (rka)

  • 11.35 Uhr: Vier Schulen im Kanton Solothurn haben ihren Schulbetrieb aufgrund des Sturms eingestellt, wie Andreas Walter, Chef des Volksschulamts, mitteilt. Betroffen sind die Schulen Kleinlützel, Bärschwil, Beinwil und die Kreisschule Leimental. Der Entscheid werde jeweils vor Ort gefällt so Walter. «Das macht am meisten Sinn. Vor Ort können die Behörden am besten entscheiden, wir gefährlich die Lage, etwa auf dem Schulweg oder in den Schulzimmern, tatsächlich ist.» Kantonale Vorgaben, bei welchen Ereignissen eine Schule den Unterricht streichen müssen, gebe es zudem keine, so Walter. Er ergänzt: «Dass Schulen wegen einem Sturm den Unterricht ausfallen lassen mussten, habe ich noch nie erlebt.» Dass ausschliesslich Schulen im Schwarzbubenland betroffen sind, hat auch seinen Grund: In sämtlichen Bezirken südlich des Passwangs sind momentan Sportferien. (rka)

  • 10.10 Uhr: Der Solothurner Monatsmäret wurde wegen Sturmtief Sabine zwar nicht abgesagt, doch nur drei, vier Standbetreiber wagten sich in die Innenstadt. Schon um 10.10 Uhr sammelte der Werkhof vormittags die nicht gebrauchten Märet-Stände wieder ein. Märet-Polizist Erwin Blättler, sonst mit dem Einzug der Marktgebühren beschäftigt, meinte lakonisch: «Das habe ich in den 15 Jahren, die ich unterwegs bin, noch nie erlebt.» (ww)

  • 9.15 Uhr: Die Passwangstrasse ist laut Angaben der Kantonspolizei wieder befahrbar. Die Räumungsarbeiten konnten inzwischen angeschlossen werden. Die Zahl der Meldungen, die bei der Polizei eingegangen sind, sei mittlerweile auf rund 35 angestiegen. Es handle sich laut dem Mediensprecher vorwiegend um umgestürzte Bäume. Die «gravierendste» Meldung kommt aus Dulliken, wo ein Baum kurz nach 7 Uhr auf ein fahrendes Auto gefallen ist. Verletzte habe es bisher keine gegeben. Die Polizei bleibe aber weiterhin wachsam und habe die personellen Mittel sowohl in der Alarmzentrale wie auch im Bereich der im Einsatz stehenden Patrouillen verstärkt. Es gelte nun, den weiteren Verlauf des Sturms abzuwarten. (gue)
     
  • 6.15 Uhr: Am Montagmorgen sollen bei der Polizei bereits 20 Meldungen wegen des Sturms eingegangen sein, wie sie auf ihrer Facebookseite vermeldet. Gemeldet seien vorwiegend umgestürzte Bäume, Gegenstände auf den Fahrbahnen und einige Schäden an Hausdächern worden. Folgende Strassenabschnitte seien in Folge umgestürzter Bäume gesperrt: Passwang und Egerkingen bis Bärenwil (bleibt voraussichtlich bis Dienstag gesperrt).
    Weil im Verlauf des Tages mit weiteren Sturmböen zu rechnen ist, rät die Polizei vom Aufenthalt im Freien ab und empfiehlt, wenn möglich den ÖV zu nutzen, nicht in den Wald zu gehen und generell vorsichtig und aufmerksam unterwegs zu sein, ob als Fussgänger oder als Autofahrer. (gue)

  • Mehrere Schulen entschieden sich am Montag, den Unterricht zugunsten der Sicherheit der Schüler zu streichen. Wie die Pendlerzeitung 20 Minuten berichtete, soll am Montag auch im Solothurnischen Kleinlützel der Unterricht ausgefallen sein. (gue)

  • Bisher ist es zu keinerlei Einschränkungen des Bahnverkehrs im Kanton Solothurn gekommen, wie der Railinfo der SBB zu entnehmen ist. (gue)

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