Pandemie
Impfziel 80 bis 85 Prozent: Der Kanton Solothurn bleibt optimistisch

Mit Einsätzen in den Gemeinden will der Fachstab die Impfquote Schritt für Schritt weiter erhöhen. Aktuell ist etwas mehr als 61 Prozent der Bevölkerung im Kanton Solothurn geimpft.

Rebekka Balzarini
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In Impfzentrum in Selzach wird mittlerweile auch mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson geimpft.

In Impfzentrum in Selzach wird mittlerweile auch mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson geimpft.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Die Kantone seien ratlos, war am Wochenende in den Onlinemedien zu lesen. Die Impfquote lasse sich nicht mehr steigern, obwohl die aktuelle Impfquote Anlass zur Besorgnis gebe, dass es im Herbst und im Winter zu einem Anstieg der Fallzahlen und damit zu einer starken Belastung der Spitäler kommen könnte. Laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sind in der Schweiz etwas mehr als 60 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Den Menschen möglichst nahe kommen

Anders sieht man das im Kanton Solothurn: Dort gab sich Beat Kamber, der Leiter des Fachstabs Pandemie, am vergangenen Freitag optimistisch. Der Kanton Solothurn strebe nach wie vor eine Impfquote von 80 bis 85 Prozent an. Schritt für Schritt werde man dieser Quote näher kommen. Das Rezept des Kantons Solothurn: Möglichst nahe zu den Menschen kommen, damit das Impfen kein grosser Aufwand mehr bedeutet.

«Wir sind überzeugt, dass wir die Impfquote steigern können, wenn wir der Bevölkerung den Zugang zur Impfung wie mit der Impfaktion in den Deutschintegrationskursen oder dem Einsatz mobiler Impfteams in den Gemeinden so leicht wie möglich machen», schreibt Mirjam Andres, die Kommunikationsverantwortliche des Fachstabs Pandemie.

Im September startete der Kanton Solothurn eine Kampagne in den Dörfern. In verschiedenen Gemeinden des Kantons war ein mobiles Impfteam vor Ort. Manchmal kam es zu einem richtigen Andrang auf die Impfungen, wie unter anderem in Derendingen beobachtet werden konnte.

So hoch ist die Impfquote in den verschiedenen Altersgruppen im Kanton Solohurn

10 - 19
20 - 29
30 - 39
40 - 49
50 - 59
60 - 69
70 - 79
80 +
Geimpfte in Prozent020406080100

«Wir konnten in den Gemeinden mehr Impfungen verabreichen als in den Walk-Ins in den Impfzentren und werten den Einsatz der mobilen Impfteams als grossen Erfolg. Deshalb werden wir die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden fortführen», so Andres.

Am 2. November reist ein mobiles Team nach Breitenbach, damit sich die Bevölkerung aus den Gemeinden der Amtei Dorneck-Thierstein möglichst einfach impfen lassen kann. Eine weitere Impfaktion sei für die Gemeinde Egerkingen in Planung.

Im Kanton Solothurn sind laut BAG mittlerweile etwas mehr als 61 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Am tiefsten ist die Impfquote bei den 10 bis 19-Jährigen mit etwas mehr als 30 Prozent, am höchsten ist die Quote bei den 70 bis 79-Jährigen mit 91.3 Prozent.

Zuwarten mit dritter Dosis in den Pflegeheimen

Im Kanton haben bisher 238 Personen eine dritte Impfdosis mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe von Pfizer oder Moderna erhalten. Ein drittes Mal geimpft werden im Kanton nach wie vor nur Personen, die nach zwei Impfdosen zu wenig Antikörper bilden konnten. Das trifft etwa auf Personen zu, die aufgrund einer Krebserkrankung starke Medikamente nehmen müssen.

Mit Drittimpfungen von gefährdeten Personen in Alters- und Pflegeheimen startet der Kanton Solothurn, sobald es in der Schweiz eine Zulassung dafür gibt. Dafür verantwortlich sind das BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF).

Für Qualität beim Testen

Eine Umfrage dieser Zeitung bei zehn Kantonen zeigte, dass die hohe Nachfrage nach Tests unter anderem dazu führt, dass private Anbieter in das Geschäft einsteigen, bei denen sich die Qualität der Tests bei Kontrollen dann als ungenügend herausstellt. Im Kanton St. Gallen haben laut Angaben des dortigen Gesundheitsamtes 60 Prozent der Testzentren Mängel aufgewiesen.

Im Kanton Solothurn gab es solche Vorfälle bisher nicht, heisst es vom Fachstab Pandemie. Mit den kantonalen Testzentren und den Spitälern habe der Kanton Leistungsvereinbarungen abgeschlossen und die Qualitätsansprüche klargeregelt. In privaten Testzentren, etwa vor Veranstaltungen, würden regelmässig Kontrollen durchgeführt, aber bisher keine Mängel entdeckt. (rba)

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