Das Werbeplakat, das an verschiedenen Orten im Kanton Solothurn hängt, zeigt eine halbnackte Frau mit goldener Hasenmaske, untermauert mit dem Schriftzug: «Ostern? Eier lecken! Wenn rasiert...». Einige finden die zweideutige Botschaft, die der Sex-Club Olymp aus Oberbuchsiten da verbreitet, daneben. So auch Leserin Esther Lawrence, die das Plakat in Breitenbach gesehen hat und klar und deutlich sagt: «Das Oster-Plakat des Club «Olymp» geht mir enorm gegen den Strich!».

Veröffentlicht wurde das Plakat durch die Gesellschaft Swissplakat. Laut Geschäftsführer Walther Wirth sei aber nicht die Firma für diesen Schlamassel verantwortlich, sondern die Agentur, welche die Werbeflächen kaufe und das Plakat konzipiere. Die Plakate würden direkt zum technischen Dienst weitergeleitet, der die Plakate bearbeite, drucke und fertig stelle, so Wirth. Sie selbst bekämen das Plakat erst nach der Fertigstellung zu Gesicht.

Die Telefone laufen laut Walther Wirt zurzeit heiss. Ständig würden neue Anrufer dazu kommen, die reklamieren und gegen die Plakate hetzen würden. «Das ist sehr schlechte PR für uns», sagt Wirth. Er geht so weit, von einer «Misere» für die Firma zu sprechen. 

Bei Swissplakat wurden nun als Folge die internen Abläufe geändert. Wirth erklärt, man habe Restriktionen eingeführt und verzichte in Zukunft gänzlich auf erotische Werbung. Auch wolle man jedes künftige Plakat einer letztinstanzlichen Kontrolle unterziehen, um so weitere Zwischenfälle zu verhindern. 

Anrufe bei falscher Gesellschaft

Die branchenführende Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) mit Hauptsitz in Genf wurde ebenfalls vermehrt durch verärgerte Bürger kontaktiert, teilte die Medienstelle auf Anfrage mit. Die APG stehe aber in keinerlei Verbindung mit dem obszönen Plakat.

Um solche Vorfälle wie bei Swissplakat zu verhindern, werden Plakate bei der APG anfangs einer Sujetkontrolle unterzogen. Inhalte, die beispielsweise zu stark auf Erotik, Nikotin oder Alkohol abzielen werden nicht zugelassen. Die Medienstelle der APG verweist auf die Schweizerische Lauterkeitskommission, bei der jederzeit Beschwerde gegen Werbeinhalte eingereicht werden kann.

Auf Anfrage beim Erotik Club selbst konnte in Erfahrung gebracht werden, dass das Plakat sehr positiv aufgenommen wurde. Bestehende Kunden hätten sich über die Werbung gefreut und es konnten einige Neu-Kunden dazugewonnen werden. Man habe versucht, frischen Wind in den Club zu bringen. Dies mit Erfolg, so der Geschäftsführer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Auch im Nachbarkanton Bern erregte das Werbeplakat die Gemüter:

Schüpfen: Werbeplakat eines Sex-Clubs erregt Gemüter

Schüpfen: Werbeplakat eines Sex-Clubs erregt Gemüter

Die Werbung des Sex-Clubs Olymp verdirbt der Gemeinde wohl die Lust auf Ostereier. Der vom Club gebrauchte Slogan „Ostern? Eier lecken“ kommt bei den Dorfbewohnern alles andere als lustig an.

Wie lange die Plakate schlussendlich noch hängen, bleibt offen. Spätestens nach Ostern dürfte der Werbeslogan nicht mehr aktuell sein und die Plakate veraltet.