Panemieverlauf

Noch nie so viele neue Corona-Fälle: Der Trend geht auch im Kanton Solothurn nach oben

Im Kanton Solothurn hat die Zahl der positiven Covid-Tests stark zugenommen. (Symbolbild)

Im Kanton Solothurn hat die Zahl der positiven Covid-Tests stark zugenommen. (Symbolbild)

Die Zahl der positiv getesteten Erkrankungsfälle steigt im Kanton Solothurn stärker als bisher.

36 positiv getestete Erkrankungsfälle verzeichnete der Kanton Solothurn am Mittwoch. So viele waren es, passend zu der nationalen Entwicklung, noch nie an einem Tag. Die Zahl der positiv getesteten Erkrankungsfälle an einem einzelnen Tag ist aber nicht geeignet, um die epidemiologische Lage zu beurteilen. Das wiederholen Expertinnen und Experten auf dem Gebiet regelmässig.

Aufschlussreicher seien die langfristigen Entwicklungen, etwa die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen. Überblick über diese und weitere Entwicklungen bietet der wöchentliche Situationsbericht zur epidemiologischen Lage im Kanton Solothurn, den das Gesundheitsamt seit der vergangenen Woche jeweils am Mittwoch veröffentlicht. Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht beruht auf Zahlen, die dem Kanton bis zum 12. Oktober gemeldet worden waren.

Zahl der Hospitalisationen bleibt stabil

Der aktuelle Situationsbericht zeigt, dass die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen im Kanton nicht nur an einzelnen Tagen, sondern in den vergangenen Wochen auch im Durchschnitt angestiegen ist. So lag der Inzidenz pro 100'000 Einwohner - also die Anzahl der neu aufgetretenen Erkrankungsfälle innerhalb von sieben Tagen - in der vergangenen Woche bei 41.2. In der Woche davor lag der Inzidenz im Kanton noch bei 19.9.

Gestiegen ist im Kanton auch die Reproduktionszahl. Diese gibt an, wie viele Personen von einer infektiösen Person durchschnittlich angesteckt werden. Für die vergangene Woche hat das Gesundheitsamt einen Reproduktionswert von 1.46 errechnet, in der Woche davor lag der Wert noch bei 1.1. Für die Berechnung des Reproduktionswert wurden die Ansteckungszahlen bis am 30. September berücksichtigt, weil Personen, die sich mit Covid-19 infiziert haben, erst nach rund 10 Tagen Symptome entwickeln. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Hospitalisationen in den letzten Tagen nicht angestiegen. Stand Mittwoch befanden sich sechs Personen im Spital.

Todesfälle verzeichnete der Kanton in den vergangenen Wochen keine mehr. Dies könnte unter anderem damit zusammenhängen, dass laut dem Bericht des Kantons nur ein kleiner Teil der positiv getesteten Personen zu der Risikogruppe der über 64-Jährigen gehört. Aber auch in dieser Altersklasse ist die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche gestiegen. In allen übrigen Altersklassen haben sich ebenfalls mehr Menschen angesteckt. Am meisten Neuansteckungen verzeichnete die Gruppe der 40 bis 64-Jährigen, gefolgt von den 20 bis 39-Jährigen und den Kindern und Jugendlichen bis 19.

Dunkelziffer tiefer als im Frühling

In einigen Punkten hat der Kanton laut dem Situationsbericht fast wieder die gleichen Ansteckungszahlen wie im Frühling erreicht. Die 14-Tage Inzidenz lag am Höhepunkt der Pandemie Ende März nur leicht höher als in den vergangenen Tagen. Dass die Zahl der Hospitalisationen und der Todesfälle nach wie vor tiefer ist, könnte neben der Altersverteilung der Erkrankungsfälle noch einen weiteren Grund haben.

Eine Studie der Universität Bern weist darauf hin, dass die Dunkelziffer der erkrankten Personen im Frühling viel höher war, weil sich damals weniger Menschen auf das Virus haben testen lassen. Die Studie, die sich noch im Preprint befindet und über die verschiedene Medien schon in der vergangenen Woche berichtet haben, geht davon aus, dass die Dunkelziffer momentan rund 2 bis 3-mal höher ist als die Zahl der bekannten Infektionen. Im Frühling sei die Dunkelziffer um bis zu 10-mal höher gewesen, so die Studie.

Autor

Rebekka Balzarini

Meistgesehen

Artboard 1