Thomas Fischer

Neuer Steueramts-Chef ist ein Basler: «Ich fühle mich dem Kanton Solothurn verbunden»

Thomas Fischer ist neuer Chef des Steueramts. (Archiv)

Thomas Fischer ist neuer Chef des Steueramts. (Archiv)

Der neue Steueramts-Chef Thomas Fischer über seinen Wohnsitz und seinen bekannten Vater.

Anfang Woche hat der Regierungsrat eine lange erwartete Personalie geregelt: Thomas Fischer, bis zum unschönen Abgang von Steueramts-Chef Marcel Gehrig dessen Stellvertreter, rückt an die Spitze des rund 200-köpfigen Amts auf. Pikant: Fischer, ausgebildeter Jurist mit Anwaltspatent, wohnt nicht im Kanton Solothurn (und zahlt seine Abgaben also auch nicht hier), sondern hat seinen Wohnsitz im Raum Basel.

Laut Gesetz ist es nicht nötig, dass der Chef des Steueramts seinen Wohnsitz in seinem Arbeitskanton hat, sagt Jürg Studer, Departementssekretär von Finanzdirektor Roland Heim. Das ist nur für jene Beamte so, die vom Kantonsrat oder vom Volk gewählt werden. Trotzdem stellt sich die Frage – zumindest psychologisch: Sollte der oberste Steuereintreiber nicht im Kanton wohnen, wo er für den Fiskus zuständig ist?

Fischer sagt auf Anfrage: «Ich fühle mich dem Kanton Solothurn sehr verbunden, weil ich hier aufgewachsen bin. Ich kann mir gut vorstellen, mit meiner Familie dereinst hier zu wohnen. Fischers Verbundenheit mit dem Kanton ist eine besondere: Er ist nicht irgendein Fischer, sondern der Sohn des ehemaligen CVP-Regierungsrats Klaus Fischer. Auch er ein Christdemokrat wie Heim, der den Fischer-Sprössling zur Wahl vorgeschlagen hat. Dieser sagt, angesprochen auf die «erbliche Vorbelastung»: «Ich bin ein politischer Mensch und fühle mich der CVP nahe, aber ich bin nicht Mitglied der Partei.» Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Eine Sonderbehandlung gab es für Fischer im Übrigen nicht. Er durchlief das lange Bewerbungsverfahren wie jeder andere Mitbewerber auch.

Und was hat Thomas Fischer mit den Wirren um seinen Vorgänger zu tun? War er involviert in die Probleme unter dem ehemaligen Steueramts-Chef? Spielte er dabei eine Rolle? Die Antwort von Departementssekretär Studer ist klar: «Nein», sagt er ohne Umschweife.

Das ist umso wichtiger, als die Causa Gehrig noch immer nicht ausgestanden ist. Weil der Regierungsrat über die Hintergründe und die Modalitäten der Absetzung bloss rudimentär informiert hat, ist ein Schlichtungsverfahren in Gang, um Klarheit in den mit der Floskel «im gegenseitigen Einvernehmen» versehenen Abgang zu bringen. Die Verhandlung vor der Beauftragten für Information und Datenschutz hat vor drei Wochen stattgefunden – ein Resultat ist bisher nicht bekannt. Umso besser, dass der neue Steueramts-Chef nicht in die Sache involviert ist.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

Meistgesehen

Artboard 1