Hausärzte Solothurn
Neue Lösungen für Jungärzte gesucht

Um dem Hausarztmangel entgegen zu wirken, suchen die Hausärzte Solothurn neue Lösungen für Jungärzte.

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Viele Jungärzte suchen flexiblere Stellen. (Symbolbild)

Viele Jungärzte suchen flexiblere Stellen. (Symbolbild)

Keystone

Männlich, fortgeschrittenen Alters, weisse Haare, etwas zerstreut, mit vielen Akten. So stellen sich viele einen Hausarzt vor. Und punkto «mittelalterlich» liegt das Problem. 28 Prozent der Hausärzte im Kanton sind heute 65 Jahre und älter. Zahlen, vor denen sich die Hausärzte Solothurn (HASO) fürchten. Und lediglich 10 Prozent der jetzigen Medizinstudenten sehen sich laut Oliver Senn vom Institut für Hausarztmedizin Zürich künftig als Hausarzt in einer Einzel- oder Gruppenpraxis.

An einem Fortbildungsnachmittag der HASO wurde daher vor allem die Nachwuchsförderung im Kanton thematisiert, um angehenden Ärzten die Grundversorgung schmackhaft zu machen. So wurde darüber gesprochen, bereits bestehende Programme, wie den Austausch von Spital-Assistenten und Hausärzten in Hausarztpraxen oder die rund sechsmonatige Praxisassistenz für Assistenzärzte, auszubauen oder mit neuen Angeboten zu ergänzen. Im Kanton gibt es beispielsweise lediglich 32 Hausärzte, die eine Assistentenbewilligung besitzen.

Angedacht sind nun Fortbildungsnachmittage gemeinsam mit den Hausärzten und der Solothurner Spitäler AG (soH) sowie künftige Anlaufstellen – sogenannte «Türöffner» – für die Studentenberatung. Auch wollen die HASO abklären, ob es möglich sei, eine Teilzeitstelle für Hausarztmedizin bei den soH zu errichten, die in Kontakt mit den Hausärzten und Studenten steht.

Einen möglichen Grund für das geringe Interesse an einer Ausbildung zum ärztlichen Grundversorger sieht Oliver Senn darin, dass Hausärzte mit einem gewissen Imageproblem zu kämpfen hätten. So werde in Spitälern bei Notfällen oftmals geschlussfolgert, dass bereits dem Hausarzt ein Fehler unterlaufen sei.

Auch habe sich die Einstellung geändert, so die Resultate einer Studie der Jungen Hausärzte Schweiz. Jungärzte legen mehr Wert auf Flexibilität, Teilzeitstellen, eine gesunde Work-
Life-Balance und ein familiäres Arbeitsklima mit tiefer Hierarchie. Gesucht sind vor allem Gruppenpraxen auf dem Land oder in der Agglomeration. Und: Aus dem «mittelalterlichen» Hausarzt wird vermehrt eine junge Hausärztin. Denn 70% der Hausärzte sind künftig Frauen. (cbs)