Stadtpolizei Grenchen

Nach Investition von 10'000 Franken: Taser zur Hälfte der Zeit nicht im Einsatz

Taser der Stadtpolizei Grenchen machte Schlagzeilen

Taser der Stadtpolizei Grenchen machte Schlagzeilen

Der Elektroschocker sollte die Arbeit von der Grenchner Stadtpolizei noch sicherer machen. Recherchen von Tele M1 zeigen, dass der Taser jedoch oft nutzlos ist.

Mit der Anschaffung von Elektro-Tasern sollten die Einsätze der Stadtpolizei Grenchen sicherer werden. Nun zeigen aber Recherchen von «TeleM1»: Die für 10'000 Franken angeschafften Elektro-Schocker können gar nicht auf allen Patrouillen mitgenommen werden. Dies aufgrund einer Auflage der Kantonspolizei Solothurn.

Erst letztes Jahr wurden sie bei der Stadtpolizei Grenchen eingeführt: Elektro-Taser. Mitarbeitende mussten den Selbsttest durchführen, und durften die Elektro-Schocker von da an mit auf Patrouille nehmen. Das war zumindest die Idee. Nun zeigen aber Recherchen des Regionalsender TeleM1: Die Taser sind die meiste Zeit über wirkungslos. Denn: Bei gemischten Patrouillen zusammen mit der Solothurner Kantonspolizei darf die Stadtpolizei die Taser gar nicht einsetzen. Das erklärt der Stadtpolizei-Kommandant Christian Ambühl gegenüber «TeleM1»: «Die Kantonspolizei hat uns ganz klar die Auflage gemacht, dass wir die Taser nicht mitnehmen dürfen. Daran halten wir uns. Somit muss unser Mitarbeiter den Taser im Schrank lassen, wenn er auf gemeinsame Patrouille geht.»

Die Erklärung hinter dieser Auflage: Patroullieren Stadtpolizisten und Kantonspolizisten gemeinsam, dann liegt die Einsatzverantwortung bei der Kantonspolizei. Und diese darf im Gegensatz zur Grenchner Stadtpolizei eben keine Elektro-Schocker einsetzen. Bis und mit 2018 durften bei der Kantonspolizei nämlich nur die Sondereinheit Falk die Taser einsetzen. Dazu sagt Kantonspolizei-Mediensprecher Andreas Mock gegenüber «TeleM1»: «Man muss wissen, wann und wie man die Taser einsetzt. Und wie man sich um die getroffene Person kümmert.» Die Einführung von Elektro-Schockern bei der Kantonspolizei ist derweil kein Thema. Stadtpolizei-Kommandant Ambühl will nun aber das Gespräch mit der Kantonspolizei suchen. Immerhin kostete die Anschaffung der Waffen rund 10'000 Franken. (szr)

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