Mit 230 aktiven und ehemaligen Mitarbeitenden, Stiftungsratsmitgliedern und Gästen aus Behörden feierte die Pro Senectute Kanton Solothurn am Dienstag ihr 100-jähriges Bestehen. 100 Jahre: Fast so weit wie die aus dem einstigen «Kantonalkomitee für das Alter» hervorgegangene Organisation alt ist reichte auch die Spanne von der jüngsten bis zum ältesten Teilnehmer. Es feierten nämlich auch das am 19. Mai geborene Töchterchen einer Mitarbeiterin und alt Regierungsrat Rudolf Bachmann mit, der im 99. Altersjahr steht. Bachmann war selber von 1972 bis 1990 Präsident der Pro Senectute. Und damit eine prägende Figur für die Überführung der Organisation vom Armenhilfswerk zum modernen Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für alle Altersfragen, wie die heutige Geschäftsleiterin Ida Boos in ihrem historischen Abriss festhielt.

Eine wichtige Figur für die Alterspolitik im Kanton war ein weiterer späterer Regierungsrat: Gottfried Wyss lancierte als Kantonsrat Ende der 1960er-Jahre mit einem Vorstoss die Einsetzung einer ausserparlamentarischen Kommission Altersfürsorge, die in einem Bericht die Einrichtung von Beratungsstellen, Haushilfediensten und Bewegungsangeboten für Seniorinnen und Senioren empfahl. Damit waren die Weichen für die Pro Senectute in ihrer heutigen Form gestellt.

Und in dieser Form nehme sie heute die Rolle einer verlässlichen Partnerin von Kanton und Gemeinden in Fragen der Alterspolitik wahr, wie Jahrzehnte später die heute amtierende Sozialdirektorin Susanne Schaffner an der Jubiläumsfeier im Landhaus in ihrem Grusswort zufrieden feststellen konnte. Sie sei immer wieder beeindruckt, wie man bei Pro Senectute einerseits innovative Ideen entwickle und wie zuverlässig man anderseits Bewährtes fortführe, so Schaffner in ihrer kleinen Laudatio. Besonders strich sie dabei die Unterstützungsangebote heraus, die es älteren Menschen erlauben, so lange wie möglich im eigenen Heim zu leben. Die Krankenversicherer würden da ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht immer ganz hinreichend wahrnehmen, diesen Seitenhieb konnte sich die Regierungsrätin nicht verkneifen.

Den berühmten Sessel, den der Regierungsrat 100-jährigen Jubilaren traditionell offeriert, hatte Schaffner nicht dabei. Denn sie gehe davon aus, dass man bei der Pro Senectute noch weit davon entfernt sei, sich ausruhen zu wollen.

Die schlichte Feier nahm nach dem Schlusswort von Pro-Senectute-Präsidentin Präsidentin Bea Heim ihren Ausklang beim Genuss von «Köstlichkeiten wie vor 100 Jahren». Davor liess sich die Festgemeinde aber von Gabriel Palacios beeindrucken, Hypnosetherapie-Experte und Autor von Bestsellern wie «Lass dich einfach geschehen». Die «Kraft der Gedanken» und wie wie man sein geistiges Potenzial ausschöpfen kann, um eigene Ängste und Blockaden zu überwinden, demonstrierte Palacios dem Publikum gleich mit ein paar kleinen Experimenten. Eine Dame jedenfalls, die von sich selbst sagt, sie denke oft zu negativ, fühlte sich nach ein paar Minuten auf der Bühne gleich deutlich positiver.