Jagdsaison 2019

Mit 15 Tonnen Rehwildfleisch beschert — Konzept für Wildwarnanlagen wird erarbeitet

Solothurner Jäger bescherten den Liebhabern 2019 wieder viel Rehwild. (Symbolbild)

Solothurner Jäger bescherten den Liebhabern 2019 wieder viel Rehwild. (Symbolbild)

Solothurner Jäger bescherten den Liebhabern 2019 wieder viel Rehwild: Knapp 15 Tonnen verzehrbares Fleisch durften Gastronomiebetriebe entgegennehmen.

Für diese 15 Tonnen Fleisch mussten 1'919 Tiere ihre Leben lassen. Diese Zahl liegt nur leicht unter jener von 2018, als 1'992 Rehe erlegt wurden. Anders verhält es sich bei den Wildschweinen: Diese werden je nach Bestand intensiver bejagt und so schwankt die Zahl stärker. 2019 zielten Jäger relativ häufig auf das Schwarzwild und erlegten 743 Tiere. Dies ist der zweithöchste Wert der letzten zehn Jahre; das Jahresmittel liegt bei 532 erlegten Wildschweinen.

Die meisten Rehe – 1'159 Tiere – wurden auf sogenannten Bewegungs- oder Treibjagden erlegt. Für Wildschweine ist diese Art der Jagd weniger geeignet: Nur 95 wurden letztes Jahr so erfasst. Der Ansitz und die Pirsch funktionieren besser, weil sich Wildschweine schwer aus ihren Verstecken locken lassen. So erlegten Jäger 2019 durch geduldiges Abwarten und konzentriertes Beobachten 618 der vorsichtigen Tiere.

Warten auf bessere Wildschutzmassnahmen

Neben den von Jägern erlegten Tieren gibt es jedes Jahr auch Fallwild: Tiere, die ohne den willentliche Einfluss von Menschen sterben. Bei Weitem die meisten dieser Tiere kommen bei Unfällen mit Autos oder Zügen um: In den vergangenen zehn Jahren lag der Anteil stets zwischen 55 und 70 Prozent. 2019 töteten Autos und Züge im Kanton Solothurn 968 Wildtiere, womit die Zahl des letzten Jahres die bisher höchste ist.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Amt für Wald, Jagd und Fischerei (AWJF) 2018 vom Regierungsrat den Auftrag erhalten, bis Ende 2020 ein Konzept für «Wildwarnanlagen im Kanton Solothurn» auszuarbeiten. Solche Anlagen können nur bei kurzen Strecken angewendet werden, weshalb unter anderem zu ermitteln galt, auf welchen Strassenabschnitten im Kanton Wildtiere am stärksten gefährdet sind.

Das AWJF ist bis jetzt jedoch noch nicht weit gekommen mit dem Konzept, besser gesagt: Es wurde noch gar nicht damit angefangen. Zwar wurden geografische Daten zu Unfällen gesammelt und auf einer Karte zusammengetragen, allerdings konnten daraus «noch keine Schlüsse gezogen werden» wie das Amt auf Anfrage dieser Zeitung informiert. Man werde sich jedoch baldmöglichst an das Konzept machen, «bis jetzt war einfach noch keine Zeit».

Im Dezember solle das fertige Konzept dem Regierungsrat dann jedenfalls vorgestellt werden, heisst es. Schliesslich ginge es beim Ganzen einfach darum, besonders gefährliche Strassenabschnitte für Wildtiere sicherer zu machen. Ob die Zahlen überfahrener Tiere mit zusätzlichen Massnahmen tendenziell gesenkt werden könnten, sei auch mit einem Blick auf die letzten 10, 20 Jahre schwer zu sagen.

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