Podium «C-Dur»

«Mission Impossible»? CVP diskutiert die steigenden Gesundheitskosten

Am Podium wurde unter der Leitung von Steffen Lukesch (rechts) lebhaft zum Thema Krankenkassenprämien diskutiert. Podiumsteilnehmer waren (von links) Ruth Humbel, Martin Häusermann, Jürg Schlup und Verena Nold.

Die CVP-Wirtschaftsgruppe des Kantons Solothurn lädt zur zweiten Ausgabe ihrer Politikveranstaltung «C-Dur». Die Frage: Was tun, um die Last der steigenden Krankenkassenprämien vieler Haushalte einzudämmen?

Zweieinhalb Jahre ist es her, seit die bisher einzige Ausgabe der Politikveranstaltung «C-Dur» über die Bühne ging. Sie wurde von der CVP-Wirtschaftsgruppe des Kantons Solothurn ins Leben gerufen. Ursprünglich sollte die Zweitauflage zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen. Aber: «Gut Ding will Weile haben», erklärt die Solothurner CVP-Kantonalpräsidentin Sandra Kolly. Und so ging es nun, passend zum Wahlauftakt für die eidgenössischen Wahlen im Herbst, im vollbesetzten Bellacher Turbensaal in die nächste Runde.

Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen zusammenzubringen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragen zu ermöglichen. Denn ein Kernanliegen der CVP-Wirtschaftsgruppe lautet, Politik von unten nach oben zu entwickeln. «Wir wollen wissen, wo den Menschen der Schuh drückt», sagt Josef Maushart, Präsident der Wirtschaftsgruppe. Und der drücke bekanntlich besonders fest, wenn es den Bürgerinnen und Bürgern zu stark ans Portemonnaie gehe. Dabei hat die CVP besonders ein Themengebiet im Blick, welches sie aktuell auch mit ihrer Kostenbremse-Initiative bewirtschaftet: «Wenn sich Umfragen zufolge in der Bevölkerung ein Thema als wunder Punkt Nummer 1 herauskristallisiert hat, dann sind dies die explodierenden Gesundheitskosten», so Sandra Kolly.

Diskussionen zu einer «Mission Impossible»

Was also tun, um die Last der steigenden Krankenkassenprämien vieler Haushalte einzudämmen? Konstruktive Vorschläge zu dieser delikaten Fragestellung soll die hockkarätige Podiumsrunde, bestehend aus Nationalrätin Ruth Humbel (CVP AG), Jürg Schlup (Präsident FMH), Verena Nold (Direktorin Santésuisse) sowie Martin Häusermann (Solothurner Spitäler AG) liefern. Die Debatte fand unter der Leitung von Steffen Lukesch, ehemaliger «Puls»-Moderator beim Schweizer Fernsehen, statt. Eine «Mission Impossible», wie er selbst scherzhaft sagt, da eine solch hochkomplexe Thematik kaum in so kurzer Zeit bewältigt werden könne. Nichtsdestotrotz entwickelten sich lebhafte Diskussionen, die von der Qualität ärztlicher Leistungen über veraltete Spitalstrukturen bis hin zu den Vorzügen ambulanter gegenüber stationärer Behandlung reichten.

Dabei scheuten sich die Gesundheitsfachleute nicht, auch Themen anzusprechen, die durchaus politischen Zündstoff bergen. Etwa die Forderung nach einer Zusammenlegung von Strukturen. So vertritt Schlup die Meinung, dass es beispielsweise in den Regionen Solothurn, Olten oder Aarau nicht sechs Notfallpforten mit sechs Vorhalteleistungen für Ärzte und Pflegende benötige, sondern dass eine pro Region ausreichend sei.

Mit Pepe Lienhard und Gerhard Pfister

«C-Dur» will den Besuchern aber mehr bieten als ausschliesslich Polittalk. «Was kann besser aufzeigen, dass über die kulturellen wie auch parteipolitischen Grenzen mehr Verbindendes als Trennendes besteht, als Musik», so Kolly. Dafür sorgte, nach einem ausgiebigen Abendessen, die Schweizer Musiklegende Pepe Lienhard.

Bevor jedoch zum ausgelassenen Teil des Abends übergegangen werden konnte, betrat CVP-Schweiz-Präsident Gerhard Pfister das Rednerpult und schwor die Parteimitglieder auf die National- und Ständeratswahlen ein. Pfister pries die Christdemokraten als Zusammenhalt für die Schweiz an, welche sowohl von links wie auch von rechts bedroht würden. Daher der Aufruf des Parteipräsidenten an die Christdemokraten: «Geht auf die Strasse und zeigt Präsenz». Allen düsteren Wahlprognosen zum Trotz sei die Stimmung an der Basis aber hoch motiviert. «Wir haben mehr Kandidierende als jemals zuvor», so Pfister. Über 700 Personen würden für die CVP in den Ring steigen. Vor vier Jahren seien es noch rund 450 gewesen.

Patric Schild

Meistgesehen

Artboard 1