Rotarier mehrerer Kantone unterstützen die Pfadfinderstiftung beim Kauf von ein bis drei Zeltplätzen, die in Zukunft den Schweizer «Pfadis», für Lager zur Verfügung stehen sollen. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus einem Mitglied der Pfadfinderstiftung und fünf Mitgliedern von Rotary, hat alle Gemeinden in zehn Kantonen nach einem möglichen Platz angefragt – darunter das Tessin, Basel-Landschaft und Solothurn.

Noch haben nicht alle Gemeinden geantwortet. Auch liegt noch keine definitive Zusage für ein Gelände vor, es gibt jedoch durchaus positive Reaktionen: Verschiedene Gemeinden antworteten, dass sie einen möglicherweise geeigneten Platz zum Kauf anbieten können. Die Arbeitsgruppe will diese Territorien inspizieren und sich an die entsprechenden Landbesitzer wenden.

Drei Angebote aus Solothurn

Im Kanton Solothurn haben bisher 37 der 109 Gemeinden geantwortet. Von diesen haben Flumenthal, Däniken und Starrkirch-Wil ein mögliches Gelände vorzuweisen. Meltingen hat ebenfalls ein Gelände anzubieten, das die Gemeinde aber nur vermieten und nicht verkaufen will.

Um welche Landstücke es sich handelt, will Peter Bieri, Sekretär und Mitglied der Arbeitsgruppe, auf Anfrage nicht sagen: «Wir möchten zunächst abklären, ob die Gelände für uns überhaupt infrage kommen könnten und uns mit den Grundbesitzern absprechen.»

Etliche Lagerplätze verschwinden

Rund 80 000 Jugendliche in der Schweiz sind Mitglied in Organisationen wie Pfadi und Jungwacht oder Blauring. Zum Angebot dieser Gruppierungen gehören auch mehrtägige Lager, die im Freien stattfinden. Gemäss dem Service Club Rotary und der Pfadfinderstiftung sind jene aber gefährdet: Aufgrund von Überbauung, Tourismus und neuen Naturschutzgebieten würden immer mehr Lagerplätze verschwinden.

Alle Mitglieder der Arbeitsgruppe waren einmal in der «Pfadi». Für sie ist die Erhaltung dieser Lager wichtig. Bis zu 100 Teilnehmer mit ihren Zelten sollen auf dem Gelände Platz haben. Die Lager wären auf Pfingsten, die Sommerferien und die Herbstferien beschränkt. «In der übrigen Zeit kann der Landwirt das Gelände bewirtschaften», erklärt Bieri.

Geeignet für einen Zeltplatz sind Wiesen oder Weiden. Nach Bieri sollte es auch einen Wald in der Nähe haben, welcher Schatten und Brennholz liefert. Fänden sich zwei Territorien, würde Rotary einen Platz kaufen, die Pfadfinderstiftung den anderen.

Gemäss Peter Bieri wird es zu keinen grösseren baulichen Massnahmen kommen, denn der Landbesitzer soll das Gelände weiterhin nutzen können. Höchstens ein Brunnen würde aufgebaut, aber über dessen Grösse liesse sich auf alle Fälle diskutieren. «Der Landbesitzer kann natürlich mitentscheiden. Gewicht hat aber auch das Gelände. Je nachdem, wie dessen Lage ist, muss man anders vorgehen.» Gibt es einen angrenzenden Bach oder Fluss, kann das Trinkwasser daraus bezogen werden.

Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass alle Beteiligten, auch die Gemeinde, vom Platz profitieren können: Die Gemeinde würde bekannter und dank den Jugendlichen und ihren Eltern, die während des Lagers auf Besuch kämen, würden auch die Gastwirte und Ladenbesitzer mit mehr Kundschaft rechnen können.