Kanton Solothurn

Lage auf dem Lehrstellenmarkt bleibt trotz Coronakrise stabil – Liste der beliebtesten Jobs

300 Lehrstellen blieben dieses Jahr offen.

300 Lehrstellen blieben dieses Jahr offen.

Für 2500 Solothurner Jugendliche ging mit dem Schuljahr auch die obligatorische Schulzeit zu Ende. Knapp 2200 Lehrverträge wurden im Kanton abgeschlossen, die Lage auf dem Lehrstellenmarkt blieb trotz Coronakrise stabil.

Gut 2500 Schülerinnen und Schüler haben diesen Sommer im Kanton Solothurn die obligatorische Schulzeit beendet. Rund 54 Prozent von ihnen treten eine Lehre an, 29 Prozent wechseln an ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule, 13 Prozent beanspruchen ein Brückenangebot oder haben eine andere Anschlusslösung gefunden, ganz ohne Anschlusslösung standen vor den Sommerferien noch 3,3 Prozent da.

Die Werte unterscheiden sich kaum von denen im Vorjahr (3,4 Prozent ohne Anschlusslösung). Eine gute Nachricht, denn sie deutet darauf hin, dass sich die Coronakrise kaum auf die Lehrstellensituation ausgewirkt hat. «Das ist für uns eine sehr erfreuliche Feststellung», bestätigt Patrick Seiler vom Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen. Weil neue Lehrverträge noch bis zu den Herbstferien abgeschlossen werden können, rechne man damit, dass die Zahl der 84 Schulabgänger ohne Anschlusslösung noch sinkt und damit sogar noch weiter unter den Vorjahreswert fällt. Die aktuelle Lehrstellensituation im Kanton sei trotz der angespannten Wirtschaftslage «weitgehend stabil».

Weitgehend stabil heisst: Bis heute wurden vom Kanton 2171 neue Lehrverträge genehmigt, das sind 31 Verträge oder 1,5 Prozent weniger als zum Schuljahresbeginn 2019. Beim Berufsbildungsamt geht man davon aus, dass die leicht tiefere Zahl mit der coronabedingten Verzögerung bei der Rekrutierung der Lernenden zusammenhängt. Da noch bis zum Herbstferienbeginn Lehrverträge abgeschlossen werden können, sei man «zuversichtlich, dass gegenüber dem Vorjahr kaum eine Veränderung eintreten wird», so Patrick Seiler. Man deute dies als ein starkes Signal der Solothurner Wirtschaft, auch in schwierigen Zeiten die Berufsbildung und die Rekrutierung zukünftiger Fachkräfte nicht zu vernachlässigen.

Es gibt noch über 300 offene Lehrstellen

Dass die Zuversicht angebracht ist und die Coronakrise nicht oder jedenfalls kaum zu einer Verknappung des Lehrstellenangebots geführt hat, zeigt auch ein Blick in die Datenbank Lena: Dort sind für den Kanton Solothurn derzeit noch rund 330 nicht vergebene Lehrstellen gemeldet. Auch diese Zahl liegt nur wenig unter jener im Vorjahr zur gleichen Zeit, da waren es 370 offene Lehrstellen. Die meisten offenen Lehrstellen gibt es im Bauhaupt- und Baunebengewerbe (54), der Gastronomie (50) und in der Gebäudetechnik (36).

Zwar hat das Lehrstellenangebot kaum abgenommen, sehr wohl ausgewirkt hat sich die Coronakrise aber auf die Lehrstellensuche beziehungsweise die Lehrlingsrekrutierung durch die Betriebe. Denn der Lockdown fiel mitten in den Selektionsprozess. Eine grosse Herausforderung natürlich vor allem für jene Branchen, die ihre Geschäftsaktivitäten vollständig einstellen mussten, Gastronomie, Detailhandel und Coiffeursalons zum Beispiel. Hier konnten während des Lockdowns auch keine Schnupperlehren angeboten werden. Aber auch in anderen Branchen, die nicht unmittelbar vom Lockdown betroffen waren, konnten Schnupperlehren nur unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden.

Zudem habe man festgestellt, dass unter den Jugendlichen und den Eltern Unsicherheiten und Ängste bestanden und auch deshalb auf Schnupperlehren verzichtet wurde, heisst es beim Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen.

Dass die Gesundheitsberufe so weit vorne liegen, dürfte bis zu einem gewissen Grad auch der Ausbildungsverpflichtung für Spitäler, Heime und Spitexdienste zu verdanken sein. Über die letzten fünf Jahre hat die Zahl der Lehrstellen für eine erste berufliche Ausbildung in den Gesundheitsberufen um über 150 Stellen oder 35 Prozent zugenommen.

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Autor

Urs Moser

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