Kunstausstellung

Künstler Roman Candio hält Rückschau auf 60 Jahre

Roman Candio in der Galerie Abbühl Solothurn: Die ungegenständliche Malerei begleitet den Künstler seit über 60 Jahren.

In der Galerie Abbühl zeigt der Solothurner Künstler zum ersten Mal kompromisslos ungegenständliche Malerei.

Es ist Galerist Christoph Abbühl grosses Verdienst, dass endlich einmal die hohe Qualität von Roman Candios (*1935) ungegenständlicher Malerei von 1957 bis heute gezeigt wird», sagte Kunsthistorikerin Roswitha Schild anlässlich der Vernissage vor wenigen Tagen. Tatsächlich wurde Candios ungegenständliches Schaffen bisher meist als eine Art Zusatz-Bilder angesehen. Arbeiten, die er bei seinen Ausstellungen, in denen hauptsächlich Landschaften, Stillleben oder Blumen zu sehen waren, eingestreut hat. Natürlich wird auch seine gegenständliche Malerei von Farben und deren Leuchtkraft oder der emotionalen Wirkung dominiert. Doch erst in der abstrakten Malerei – und auch bei seinen Arbeiten im öffentlichen Raum – zeigt sich seine ununterbrochene Leidenschaft für die Farbe. «Es wird mir in meinem Alter immer mehr bewusst, wie stark mich mein Zeichenlehrer in Langenthal, der Farbtheoretiker Jakob Weder während meiner ganzen Maltätigkeit beeinflusst hat», sagt der Künstler.

Candio hat die ungegenständliche Malerei Zeit seines Lebens gepflegt. Manchmal setzte er Farben auf ein leeres weisses Papier, dann aber war es eine Zeitungsseite, die er übermalte, sich von Farben inspirieren liess, um dann am Ende selbst darüber zu staunen, was entstanden ist. «Diese Ausstellung, in der viele kleinere Arbeiten zu sehen sind, gab mir den Auftrag, die Arbeiten, die ich lange in meinem Atelier verstaut waren, wieder hervor zu holen. Und ich muss sagen: Ich war oft selbst überrascht, was ich noch alles fand», lacht Candio.

«Gute Kunst geht immer zusammen»

Gleichzeitig ist im Kunstforum an gleicher Adresse die Ausstellung «Zeitsprünge» mit den keramischen Arbeiten von Gundi Dietz zu sehen. Dietz zeigt – wie Candio – Arbeiten aus verschiedenen Werkphasen. Der Bogen spannt sich von 1984 bis zu diesem Jahr.
In den Räumen des Erdgeschosses der Galerie Abbühl/Kunstforum verbinden sich die Arbeiten beider Künstler. Candios ungegenständlich, dezent farbige Arbeiten ergänzen verblüffend mit Dietz’ keramische, manchmal barock anmutenden Figuren. Wie sagte doch Roswitha Schild so passend: «Gute Kunst geht immer zusammen, die tut sich nicht weh und stiehlt sich gegenseitig nichts.»

Galerie Abbühl/Kunstforum Solothurn, Schaalgasse 9 Solothurn. Mi/Do/Fr 14–18.30 Uhr. Sa 14–17 Uhr. Bis 23. November.

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