Gleich zu Beginn holte Katharina Rupp, Schauspielleiterin am Theater Biel Solothurn, den Holzhammer hervor. «In Brasilien hat der neue Präsident Jair Bolsonaro das Kulturministerium abgeschafft», sagte sie in ihrer Einführung. Und auch in europäischen Staaten wie Ungarn und Italien sei man daran, die Kultur zu degradieren.

Gerade deshalb hätten Anlässe wie derjenige am Mittwochabend in Dornach eine enorme Bedeutung, erklärte Rupp. Im gut gefüllten Neuen Theater vergab der Kanton Solothurn die diesjährigen elf Förderpreise sowie zwei Atelierstipendien in Paris für Kulturschaffende. Die Förderpreise sind mit 15'000 Franken und die Atelierstipendien mit 18'000 Franken dotiert.

Kulturvermittlerin prämiert

Jeder geförderte Künstler wurde mit einer kurzen Ansprache eines Kommissionsmitglieds gewürdigt. Zu den Kulturschaffenden, die sich über einen Preis freuen dürfen, gehört auch die Kleinlützlerin Eva Allemann. Die 26-Jährige erhielt den Förderpreis für Kulturvermittlung. Seit 2018 nutzt sie gemeinsam mit zwei anderen Künstlern die Räumlichkeiten der ehemaligen Pfeifen- und Stockfabrik für ihr Projekt namens Raum Zeit Stille. Dort verbindet sie Kulturvermittlung mit kultureller Tätigkeit.

Im Gegensatz zu den Laudatoren hielt der Lokalmatador Remo Ankli seine Rede in breitem Schweizerdeutsch. Der Kulturminister aus dem Schwarzbubenland erklärte, der Kanton Solothurn habe die Aufgabe, «die Macherinnen und Macher zu unterstützen und ihnen Wind unter die Flügel zu geben».

Wie Ankli stammten zwei Künstler aus dem Schwarzbubenland, die das Rahmenprogramm bestritten. Die Rockband Last Leaf Down und der Pianist Jonathan Stich. Ihnen zur Seite stand die Pfeffinger Slampoetin Gina Walter.