Unterstützung
Kanton hat neue Anlaufstelle für Pflegefachleute geschaffen

Bis im Jahr 2025 wird in der Schweiz die Hälfte des benötigten Pflegepersonals fehlen. Das sagen Schätzungen. Im Kanton Solothurn will man etwas dagegen unternehmen.

Lara Enggist
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Im Stress – Patienten und Fachkräfte leiden unter dem Personalmangel.

Im Stress – Patienten und Fachkräfte leiden unter dem Personalmangel.

Hanspeter Baertschi

In der Gesundheitsbranche mangelt es an qualifizierten Pflegefachleuten. Besonders die zukünftige Nachwuchssicherung im Bereich Pflege gestaltet sich laut der Stiftung Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales im Kanton Solothurn (SOdAS) schwierig. Die Organisation hat nun die Fachstelle Pflege auf die Beine gestellt, um Betriebe und Studierende aus der Pflegebranche zu unterstützen.

Zu wenig Zeit für die Patienten, zu wenig Personal, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen. Dies führt wiederum zu einer enorm hohen Berufsaussteigerquote in der Pflegebranche – es ist ein Teufelskreis. Dazu kommt der demografische Wandel: Das Durchschnittsalter der Menschen in der Schweiz wird laut Bundesamt für Statistik weiter steigen und chronische Erkrankungen werden zunehmen. Prognosen der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) zufolge wird nur rund die Hälfte des für 2025 geschätzten Bedarfs an Pflegepersonal gedeckt.

Anlaufstelle soll unterstützen

«Die Fachstelle Pflege existiert seit Januar und soll Betriebe aus dem Gesundheitswesen in der Ausbildung von Fachpersonen auf Tertiärstufe unterstützen», sagt die Bildungsverantwortliche und Mitglied der Bildungskommission der SOdAS, Ivana Kovacevic. Betriebe können sich an die Fachstelle wenden, wenn sie eine Ausbildungsbewilligung für Studierende einholen möchten oder unsicher sind, wie sie ihre Fachpersonen in der Ausbildung begleiten können.

Die Fachstelle soll Betriebe zudem entlasten, indem sie die Suche nach Austauschpraktika übernimmt. Einen wichtigen Bestandteil der Angebote bilden die Praxiskurse für Studierende. In diesen Kursen, welche im Herbst 2018 starten, soll schulisch erworbenes Wissen im geschützten Rahmen in die Praxis umgesetzt werden. Dort haben laut Kovacevic auch Fehler Platz, welche zum natürlichen Lernprozess gehören. «Wir unterrichten sehr praxisnah und verfügen über eine hervorragende Infrastruktur.» Für die Kurse kann man sich aber noch nicht anmelden, die Institutionen werden erst Ende März durch die Fachstelle über das Kursangebot informiert.

Einzelgänger überleben laut Kovacevic im Gesundheitswesen nicht lange. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die SOdAS eng mit den Schulen und Praxispartnern zusammenarbeitet. Es gehe darum, den Institutionen Sicherheit zu geben. «Unsere Angebote sollen sie motivieren, ihr Personal auf Tertiärstufe auszubilden», sagt Ivana Kovacevic.

Ob dies ausreichen wird, um dem Mangel an Personal entgegenzuwirken? Weitere Projekte seien zwar in Planung, aber noch nicht spruchreif, heisst es vonseiten der SOdAS. «Man wird aber in Zukunft von uns hören».

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