Die Masten der Strassenlaternen werden in Beschlag genommen. Und in den sozialen Medien feuern die Politikerinnen und Politiker bereits rege Statements für oder gegen die Steuervorlage 17 ab.

In einem Monat ist der Entscheid über die künftige kantonale Steuerstrategie. Und für diese Abstimmungsschlacht haben sowohl das Ja- als auch das Nein-Lager ihren Feldzug gestartet. Kein Wunder: Es geht um die wohl wichtigste Abstimmung dieser Legislaturperiode. Und die Zahl der Unentschiedenen ist gross. Dies haben verschiedenen Parteiversammlungen gezeigt. So beschloss zuletzt die SVP Stimmfreigabe.

Martialische Bildsprache

Die Auftritte des Ja- und des Nein-Lagers könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Hier ist das linke Lager, das in martialischer Bildsprache vor einem drohenden Finanzloch warnt. Dort ist das Ja-Lager, das eine positive und engagierte Kampagne führen sowie Chancen betonen will. Es zeigt Bürger wie Du und ich, die mit dem Daumen in der Höhe für die Vorlage werben (vgl. zu den konkreten Kampagnen die Kästen unten).

Ja-Kampagne zur Steuervorlage. Die Steuerreform sorgt hier für Gerechtigkeit und eine «sichere Zukunft».

Ja-Kampagne zur Steuervorlage. Die Steuerreform sorgt hier für Gerechtigkeit und eine «sichere Zukunft».

Bürgerliche: Keine Transparenz

Der grosse Einsatz gewisser Parteien dürfte nicht zuletzt im Hinblick auf die Nationalratswahlen im Oktober geschehen. Denn wer am 19. Mai gewinnt, wird unweigerlich Schwung in den Wahlherbst mitnehmen.

Ob deswegen auch viel Geld fliesst? Das ist schwer auszumachen. Beim Nein-Lager offenbar nicht. Nik Wepfer, Kampagnenleiter der Gegner und Geschäftsführer der Solothurner SP, schafft diesbezüglich Transparenz: 53'000 Franken geben SP, Grüne und die weiteren Partner gemäss Wepfers Angaben für ihre Kampagne aus.

Über wie viel Geld das Ja-Komitee verfügt – immerhin hat es die Wirtschaft im Rücken – ist dagegen nicht bekannt. Gerüchteweise ist schon mal von 500'000 Franken die Rede. «Solche Zahlen sind absurd», sagt Christian Hunziker, stellvertretender Direktor der Solothurner Handelskammer. Der Betrag liege viel tiefer. Wie viel Geld aber genau eingesetzt wird, dazu will das Pro-Komitee keine Angaben machen.

Immerhin: Das Geld bleibt im Kanton. Beide Seiten haben auf Solothurner Werbeagenturen gesetzt, die die Kampagnen zu verantworten haben.

Ein Erklärplakat zur Steuervorlage.

Ein Erklärplakat zur Steuervorlage.