Niederbuchsiten

Jura wächst weiter dank Digitalisierung und Roger Federer

Webcam-PK und Home-Office: So trotzt Jura dem Coronavirus

Webcam-PK und Home-Office: So trotzt Jura dem Coronavirus

Vor leeren Rängen hält das Schweizer Kaffeemaschinen-Unternehmen seine Pressekonferenz als Livestream ab. Dabei zeigt sich eine erstaunliche Bilanz.

Der Solothurner Kaffeevollautomaten-Spezialist Jura mit Sitz in Niederbuchsiten blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und setzt auf Digitalisierung. Die Zusammenarbeit mit Roger Federer wird bestimmt noch bis zum Jahr 2025 verlängert.

2019 konnte die Jura Niederbuchsiten wiederum einen Anstieg ihres Umsatzes verbuchen. Jura-CEO Emanuel Probst informierte am Mittwoch an einer Medienkonferenz. In Zeiten des Corona-Virus wurde mit den Medienvertretern zum ersten Mal eine Videokonferenz abgehalten.

In konkreten Zahlen: Das Unternehmen erarbeitete 2019 einen Umsatz von 542,4 Mio. Franken. Im Vergleich zum Jahr 2018 mit 515,9 Mio. Franken ist dies eine Steigerung von exakt 5,1 Prozent. Probst gab noch ein paar andere Zahlen bekannt. Jura verkaufte weltweit im letzten Jahr 398'000 Kaffee-Automaten-Einheiten; 2018 waren es 380'000 Einheiten, also noch 18000 Automaten weniger – auch hier eine Steigerung um 5,1 Prozent.

Die Jura-Gruppe beschäftigt heute 788 Personen (in Vollzeitstellen gerechnet); davon sind am Hauptsitz in Niederbuchsiten, inklusive 24 Lehrstellen, 275 Personen tätig. Die sechs Stellen weniger als im letzten Jahr seien mehrheitlich auf Pensionierungen zurückzuführen, so Probst, doch man werde dieses Jahr nochmals elf Personen einstellen. Weltweit arbeiten weitere 513 Personen für das Unternehmen. Hier gab es eine Steigerung von 4,7 Prozent gegenüber 2018.

Jura-CEO Emanuel Probst informiert an der Medienkonferenz

Jura-CEO Emanuel Probst informiert an der Medienkonferenz

Die Investitionen der Firma in Gebäude, Produkte, Werkzeuge und Infrastruktur beträgt im Berichtsjahr 13 Mio. Franken in der Schweiz, was einer Steigerung gegenüber 2018 von 31,3 Prozent entspricht. «Dies ist natürlich mit unserem Neubau, dem Jura Campus, zu erklären», so Probst.
Die bestverkaufte Jura-Kaffeemaschine ist die ENA 8 mit 111000 Stück weltweit. Gemäss Stiftung Warentest ist sie die dritte Kaffeemaschine von Jura, die zum Testsieger wurde. Darauf ist Probst besonders stolz – und er erklärte dieses Gerät auch zum «Wachstumstreiber» der Firma.

Das Land, in dem die meisten Jura-Produkte verkauft werden, ist Deutschland. Auf Platz zwei folgen die USA und danach schon der Heimmarkt. Rasant zugenommen hat der Verkauf in Belgien. Im Jahr 2018 noch auf Platz 13, stehen die Verkaufszahlen dieses Landes heute auf Position 10. Das grösste Wachstum konnte Jura in Europa in Polen (+31,8 Prozent), Frankreich (+27,9 Prozent) und in Belgien (+26,1 Prozent) verbuchen. In Nordamerika steigerte sich das Wachstum insgesamt um 6,5 Prozent, allein in Kanada aber um 24 Prozent. In China konnte ein Wachstum von 10 Prozent realisiert werden.

Das Vorhaben, nach Südafrika zu expandieren, wurde umgesetzt und in Johannesburg eine Geschäftsstelle mit Servicestation mit insgesamt 14 Mitarbeitern in Betrieb genommen. «Es ist unser Ziel, von dort aus weiter auf dem afrikanischen Kontinent präsent zu sein», erklärte Probst, ohne aber konkrete Vorhaben zu nennen.

Digitalisierung um nahe am Kunden zu sein

Ein Thema, welches bei Jura weiter vorangetrieben wird, ist die Digitalisierung. Sei es in der Bedienung für die einzelnen Produkte, aber auch im Verkauf und Service für die globale Kundschaft. «Ende 2019 hatten wir 320 Verkaufspunkte mit Jura Life-Infrastruktur überall auf der Welt im Einsatz», so Probst.

Jura Life bedeutet direkten, digitalen Zugang für die Kundschaft, aber auch für die Vertriebspartner zu Jura. «Im Web sind wir 24 Stunden an sieben Tagen für die Kundschaft präsent», erklärt Probst. Noch gebe es aber die physischen Showrooms und Service-Center, wo Kunden die Jura-Geräte anschauen, testen oder revidieren lassen können. «Manchmal kommt die Zukunft schneller als man denkt», meinte der CEO weiter und sprach damit die aktuelle Coronavirus-Lage an.

So laufe derzeit die Fachmesse FEA in Luzern, die wegen des Virus abgesagt wurde, digital über Jura Life — und die Verkäufe und Kundenkontakte seien ausgesprochen gut. «Die Händler loggen sich ein, finden es gut», erklärte Probst. «Für uns heisst das aber, dass wir die Digitalisierung noch schneller vorantreiben wollen.» Der Bau des insgesamt 30 Mio. Franken teuren Jura-Labors sei auf guten Wegen. Momentan werde die Bodenplatte betoniert. «Wir planen, das Labor bis Ende 2021 in Betrieb nehmen zu können.»

Wie jedoch das Jahr 2020 weiter geht, dazu konnte Probst erst so viel sagen: «Die ersten zwei Monate waren erfolgversprechend. Doch jetzt herrscht eine grosse Ungewissheit.» Man habe sich das Ziel gesetzt, 420000 Vollautomaten zu verkaufen; also eine Steigerung von gut 20000 Einheiten anzustreben.

Ob die budgetierten Zahlen eingehalten werden können? «Die enormen Verwerfungen an der Währungsfront führen dazu, dass momentan keine Prognosen gestellt werden können. Nur so viel: Wir budgetierten mit einem Euro-Wechselkurs von 1,05, um auf der sichereren Seite zu stehen».

Roger Federer bleibt sicher noch fünf Jahre

«Die Werbezusammenarbeit mit Roger Federer konnten wir im letzten Jahr bis 2025 verlängern», erklärt Probst. Und erinnert nochmals an die Platzierung der dreidimensionalen Figur des Tennisstars, die seit Oktober 2019 auf dem «Walk of Fame» in der Jura World of Coffee in Niederbuchsiten bewundert werden kann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1