Medtechfirma

Johnson & Johnson Standorte Bettlach und Grenchen in neue Hände?

Bald in neuen Händen? Der Produktionsstandort der Firma Johnson & Johnson in Bettlach.

Bald in neuen Händen? Der Produktionsstandort der Firma Johnson & Johnson in Bettlach.

Ein «Big Deal» in den USA wirft Wellen bis in den Kanton Solothurn: Die US-Medtechfirma Johnson & Johnson will einzelne Geschäftsbereiche an ihren langjährigen Kooperationspartner Jabil abtreten. Betroffen wären im Kanton Solothurn sicher die Standorte Grenchen und Bettlach, eventuell aber auch jene in Balsthal und Hägendorf.

Der Jabil Konzern, mit Sitz in St. Petersburg (Florida), habe «ein verbindliches Angebot über eine strategische Zusammenarbeit» unterbreitet, teilten Johnson & Johnson Medical Devices Companies (JJMDC) gestern mit. Bereits am Morgen waren die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt über den möglichen Deal informiert worden. JJMDC umfassen die Bereiche Chirurgie, Orthopädie und Herz-Kreislauf innerhalb der Medical Devices von Johnson & Johnson.

Klarheit in drei Monaten

Noch sei nichts definitiv entschieden, betonte auf Anfrage der JJMDC-Kommunikationsbeauftragte Thomas Moser. «Nun werden alle nötigen Abklärungen getroffen und auch wettbewerbs- und kartellrechtlichen Fragen geprüft», schildert er das weitere Vorgehen. In rund drei Monaten dürfte man «für den endgültigen Deal bereit» sein. Kommt dieser zustande, würden die betroffenen Standorte samt Personal an Jabil übergehen. Im Kanton Solothurn sind dies Grenchen mit 320 Mitarbeitenden und Bettlach mit deren 370. Mediensprecher Moser ist überzeugt, dass «diese auf Langfristigkeit angelegte Geschichte» zur Sicherung der Betriebe und der Jobs beitragen werde.

Neben Grenchen und Bettlach sollen in der Schweiz auch Le Locle (NE), Raron (VS) und Mezzovico (TI) sowie einige Support-Funktionen an anderen Standorten an Jabil übergehen. «JJMDC erwartet, dass die Mitarbeitenden aus der Produktion der im Rahmen des verbindlichen Angebots bestimmten Portfolios auf Jabil übertragen und von Jabil beschäftigt werden», heisst es dazu weiter.

Laut Sprecher Thomas Moser werden in der vorgesehenen strategischen Kooperation die Stärken beider Konzerne in sich ergänzender Weise zusammengeführt: «Die Innovationskraft von JJMDC in der Entwicklung von Medizinprodukten mit den branchenführenden Fertigungs- und Lieferkettenlösungen von Jabil.» Jabil sei nicht zuletzt in Sachen Sensorik und Robotik dynamisch unterwegs. Resultieren solle letztlich «eine straffere, agilere und flexiblere Lieferkette». Über die Summe, die Jabil – Umsatz 20 Milliarden US-Dollar, 180'000 Mitarbeiter, 100 Standorte in 29 Ländern – für den Deal springen lassen will, wurde laut Moser Stillschweigen vereinbart.

Balsthal/Hägendorf in Prüfung

Ob letztlich auch die beiden JJMDC-Standorte Balsthal (110 Beschäftigte) und Hägendorf (340) in den «Big Deal» integriert werden, sei gegenwärtig noch Gegenstand vertiefter Abklärungen, so Thomas Moser. Diesbezüglich laufe nun ein Assessment an, in dessen Rahmen die Standorte analysiert und bewertet würden. Bis Ende September solle diesbezüglich Klarheit geschaffen werden – auch im Interesse des dortigen Personals.

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Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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