Das bringt das neue Jahr

Im Kanton erweitern nicht nur Coop und Migros ihre Öffnungszeiten

Neben den Grosshändler dürfen auch kleinere Geschäfte wie Bäckereien und Kleiderläden 2016 länger geöffnet haben. (Symbolbild)

Neben den Grosshändler dürfen auch kleinere Geschäfte wie Bäckereien und Kleiderläden 2016 länger geöffnet haben. (Symbolbild)

Im neuen Jahr dürfen Kunden an Samstagen länger einkaufen. Vor allem die grossen Detailhändler haben länger offen. Aber auch Geschäfte in der Stadt Solothurn. Die Öffnungszeiten verlängern sich um bis zu zwei Stunden.

Konsumenten dürfte das freuen: An Samstagen bleiben viele Lebensmittelgeschäfte neu bis um 18 Uhr geöffnet. Migros weitet seine Öffnungszeiten in allen Filialen im Kanton aus, Coop vor allem in den grösseren. Änderungen sind auch bei Aldi und Lidl vorgesehen.

Damit reagieren die Detailhändler auf die neuen gesetzlichen Ladenöffnungszeiten.

Im März entschieden sich die Stimmbürger zwar gegen Öffnungszeiten bis um 20 Uhr. Die angenommene Variante sieht dennoch eine leichte Liberalisierung vor: An Samstagen müssen die Geschäfte neu erst um 18 Uhr schliessen – früher war es kantonal um 16 Uhr und in manchen Gemeinden um 17 Uhr.

An Sonntagen dürfen Bäckereien, Konditoreien und Confiserien sowie Blumenläden nun ebenfalls bis um 18 Uhr geöffnet sein. Das gilt auch für kleine, von Familienangehörigen geführte Lebensmittelgeschäfte.

Schweizweiten hat der Kanton aber noch immer ein vergleichsweise restriktives Ladenöffnungsgesetz. Auch weiterhin schliessen an Wochentagen um 18.30 Uhr die Kassen.

Manche gewinnen zwei Stunden

Migros und Coop begrüssen die Ausweitung am Samstag. Manche Filialen, etwa Migros Langendorf, gewinnen dadurch zwei Stunden. Dem Vernehmen nach liefen zwischen den beiden Marktführern im Dezember Gespräche zu den neuen Öffnungszeiten.

Offiziell wird das aber nicht bestätigt. Bei Migros heisst es: «Wir richten unsere Öffnungszeiten nach den Bedürfnissen der Kunden aus, nicht nach den Mitbewerbern.» Besonders am Samstagabend sei das Kundenbedürfnis gross, sagt Migros-Sprecherin Andrea Bauer.

«Die hohen Frequenzen kurz vor Ladenschluss zeigen, dass die Kunden gerne länger einkaufen würden.» Bauer geht davon aus, dass dank längeren Öffnungszeiten die Umsätze steigen.

Migros profitiert. Doch was ist mit den Angestellten? «Zwar ändert sich die wöchentliche Arbeitszeit nicht. Es kann aber sein, dass sich die Einsatzzeiten ändern», räumt Bauer ein.

Allerdings werde auf Wünsche der Angestellten Rücksicht genommen. Für manche seien die neuen Zeiten aber auch ein Vorteil. «Gerade Mütter schätzen Einsätze am Abend, weil sich dann ihre Partner zu Hause um die Kinder kümmern können.»

Coop agiert zurückhaltender

Während Migros die Öffnungszeiten in allen Filialen ausdehnt, reagiert Coop zurückhaltender. Zwar werden die Filialen in den Städten sowie jene in Biberist oder Oensingen neu ebenfalls bis um 18 Uhr geöffnet sein.

Bei kleineren Läden prüfe Coop die Umstellung aber noch, sagt Mediensprecher Urs Meier. «Wir analysieren das Kundenbedürfnis und die Machbarkeit und entscheiden dann von Filiale zu Filiale.»

Allgemein stellt aber auch Coop fest, dass längere Ladenöffnungszeiten dem Kundenbedürfnis entsprechen – besonders im städtischen Raum. Der Grund für die Umstellung sind laut Meier sodann nicht höhere Umsätze, sondern die Kunden. Und für die Angestellten würden die Wochenarbeitszeiten gleich bleiben.

Meier betont: «Hier gelten das Arbeitsrecht und der Gesamtarbeitsvertrag von Coop, der mit den Gewerkschaften ausgehandelt wurde.»

Aldi will vorerst noch testen

Auch Aldi und Lidl planen längere Öffnungszeiten an Samstagen. Allerdings werden diese wohl nicht so rasch umgesetzt wie bei Coop und Migros. Bei Lidl heisst es: «Wir wollen unseren Kunden entgegenkommen und werden voraussichtlich unsere Öffnungszeiten in Solothurn ausweiten.»

Aldi agiert noch vorsichtiger und testet vorerst die Ausweitung in der Filiale bei der Solothurner Westtangente. «Wir wollen damit untersuchen, ob die verlängerten Öffnungszeiten tatsächlich dem Kundenbedürfnis entsprechen und wie dies die Zufriedenheit bei den Mitarbeitern beeinflusst», sagt Aldi-Sprecher Philippe Vetterli.

Länger einkaufen können die Kunden auch in der Stadt Solothurn. «Manor, H&M und Vögele werden ab dem 9. Januar an Samstagen eine Stunde länger geöffnet sein», sagt Caroline Jäggi, Präsidentin der Stadt- und Gewerbevereinigung.

C&A bleibe versuchsweise ebenfalls bis 18 Uhr offen. Dennoch: «Wir empfehlen weiterhin eine Öffnung bis 17 Uhr», sagt Jäggi. Viele der kleineren Geschäfte würden noch abwarten.

In Grenchen zeigt eine Umfrage des Gewerbeverbands, dass keine grossen Änderungen zu erwarten sind. Ähnlich ist es in Olten. Der dortige Gewerbeverband hat noch keine Empfehlung abgegeben, begrüsst aber die neue Möglichkeit.

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